Ärzte Zeitung, 28.07.2010

Keine dunklen Anzüge und Krawatten

Eindrucksvoller Start des 28. Weltärztinnenkongresses in Münster

MÜNSTER (chb). Ursula von der Leyen, Schirmherrin des 28. Kongresses des Weltärztinnenbundes, konnte zwar bei der Eröffnung in Münster nicht persönlich anwesend sein, beeindruckte die Teilnehmerinnen aus allen fünf Kontinenten aber trotzdem.

Als die langjährige Generalsekretärin des Weltärztinnenbundes, Dr. Waltraud Diekhaus, das Grußwort der Arbeitsministerin verlas und dabei erwähnte, dass von der Leyen nicht nur Kollegin sei, sondern auch sieben Kinder habe, ging ein deutlich anerkennendes Raunen durch die Menge. Beeindruckt war auch der Dekan der Medizinischen Fakultät der Uni Münster, Professor Wilhelm Schmitz. Beim Blick in den Vorlesungssaal des Fürstenberghauses, in dem der Kongress eröffnet wurde, fühlte er sich an seine Vorlesungen erinnert. Nicht wegen der Räumlichkeiten, sondern wegen der vielen Frauen im Saal. Die Anzahl der anwesenden Frauen entspreche etwa dem Anteil der Studentinnen in seinen Vorlesungen, so Schmitz.

Sichtlich wohl fühlte sich die Vizepräsidentin der Bundesärztekammer Dr. Cornelia Goesmann in Münster. "Wenn ich in den Saal schaue, ist alles so schön bunt hier, sonst sehe ich immer nur dunkle Anzüge und gedeckte Krawatten", sagte Goesmann und spielte damit unter anderem auf die afrikanischen Teilnehmerinnen an, von denen viele in bunten Gewändern erschienen waren. Goesmann wies auch daraufhin, dass vor 20 Jahren nur ein Viertel aller Ärzte in Deutschland weiblich war. Diese Zahlen ändern sich zur Zeit rasant.

[29.07.2010, 10:31:56]
Marina Reif 
Kinder und Kleider als Kongressthemen?
Interessante Berichterstattung der Ärzte-Zeitung von der Eröffnung des Weltärztinnenkongresses: kein Wort über die Themen und Inhalte, die bei dem Kongress - so hoffe ich doch - aufgegriffen werden. Stattdessen wird über die Kleidung der Kongressteilnehmerinnen berichtet, über die beeindruckende Kinderzahl der Sozialminsiterin Ursula von der Leyen und dass der Dekan der Medizinischen Fakultät der Uni Münster, Professor Wilhelm Schmitz, sich unter lauter Frauen offenbar wohl fühlte. Von einem männlich dominierten Kongress wäre sicherlich anders berichtet worden!
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