Ärzte Zeitung, 31.08.2010

Asklepios will im hessischen Homberg in Zukunft nur noch ambulant versorgen

Im Schwalm-Eder-Kreis in Hessen gibt es Ärger: Asklepios konzentriert die stationäre Versorgung auf zwei Standorte

. Von Katja Schmidt

HOMBERG/HAMBURG. Der Deutsche Gewerkschaftsbund reagiert mit großer Verärgerung: Der Krankenhaus Konzern Asklepios wird künftig kein Krankenhaus mehr in Homberg (Efze) betreiben. Die stationäre Versorgung im Schwalm-Eder-Kreis in Hessen, dessen kommunale Kliniken Asklepios vor dreieinhalb Jahren übernommen hatte, wird auf die Standorte Melsungen und Schwalmstadt konzentriert.

In der Kreisstadt Homberg wird Asklepios ab dem Herbst unter anderem mit einem Dialysezentrum, einer onkologischen Tagesklinik und mit mehreren Facharzt-Praxen und -Ambulanzen sowie einem Notarzt-Standort vertreten sein.

Die Krankenhaus-Stationen für Chirurgie und Innere Medizin in Homberg werden bis Ende September geschlossen, bestätigte Konzernsprecher Rudi Schmidt am vergangenen Freitag. Die Frauenklinik war bereits zum Juli nach Schwalmstadt umgezogen.

Den Mitarbeitern, die in Zukunft nicht mehr in Homberg beschäftigt werden können, sollen Arbeitsplätzen an den beiden anderen Standorten im Kreis angeboten werden. Laut Konzern geht es um insgesamt 68 Vollzeitstellen.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund in Nordhessen wirft dem Konzern vor, ein Versprechen zum Erhalt des Standorts Homberg gebrochen zu haben. Asklepios widerspricht vehement und verweist auf Berichte zur Übernahmevereinbarung im Dezember 2006. Schon damals sei der Schließungsplan bekannt gewesen. "Das steht auch im Kaufvertrag", betont Schmidt.

Nach Konzernangaben hat das Homberger Krankenhaus im vergangenen Jahr einen Verlust von 2,8 Millionen Euro eingefahren. Die Fallzahlen seien kontinuierlich gesunken. Es gebe im Schwalm-Eder-Kreis für "drei Krankenhäuser auf so engem Raum einfach nicht genügend Bevölkerung", erklärt der Asklepios-Sprecher.

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