Ärzte Zeitung online, 08.09.2010

Rhein-Main macht mobil gegen den Schlaganfall

FRANKFURT/MAIN (sab.) Die neue Initiative "Rhein-Main gegen den Schlaganfall" will die Bevölkerung fit für den Notfall machen.

Im Aktionszeitraum bis Februar 2011 sind unter anderem Vorträge, Filmvorführungen und Telefonaktionen geplant. Busse und Straßenbahnen werden mit Plakaten zu den Symptomen eines Schlaganfalls beklebt und rollen sechs Monate lang durch die Region.

"Rhein-Main gegen den Schlaganfall" ist eine konzertierte Aufklärungsaktion von Boehringer Ingelheim, der "initative gesundheitswirtschaft rhein-main e.v." und weiteren Partnern. Sie richtet sich an die Bevölkerung des Rhein-Main Gebiets. Die Schirmherrschaft hat das Hessische Sozialministerium übernommen.

Die am 1. September gestartete Kampagne will auch Migranten und Jugendliche ansprechen. Hierzu sind Veranstaltungen, wie Informations- und Aufklärungsaktionen an Schulen des Rhein-Main Gebiets vorgesehen. Die Schüler sollen lernen, die Schlaganfall-Symptome zu erkennen und im Ernstfall richtig und schnell zu handeln.

Prognosen gehen davon aus, dass sich die Altersstruktur der Schlaganfallpatienten in Hessen deutlich verändern wird. Im Jahre 2050 werden demnach etwa 38 Prozent älter als 84 Jahre sein. Zum Vergleich: 2005 waren es lediglich 17 Prozent. Durch die demografische Entwicklung wird die Zahl der Patienten, die jährlich wegen eines Schlaganfalls in hessischen Kliniken behandelt werden müssen, bis zum Jahr 2050 um etwa 70 Prozent steigen. In Zahlen: 34 000 Insulte pro Jahr bedeuten einen Anstieg bei den Klinikaufenthalten um 14 000 Patienten.

Es gibt aber auch gute Nachrichten: Immer mehr Schlaganfallpatienten werden in einer Stroke-Unit behandelt. Die Letalität des Apoplex verringert sich dadurch um 54 Prozent, die Rate der Menschen, die dauerhaft auf die Hilfe anderer angewiesen sind sogar um 56 Prozent.

"Durch das Aktionsbündnis "Rhein-Main gegen den Schlaganfall" können wir das Wissen über den Schlaganfall und somit die Lebensqualität vieler verbessern", begründet Petra Müller-Klepper, Staatssekretärin im Hessischen Sozialministerium begründet ihr Engagement im Aktionsbündnis.

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