Ärzte Zeitung online, 19.09.2010

Oberster Datenschützer warnt vor Handy-Überwachung

BERLIN (eb). Der oberster Datenschützer der Republik, der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar, warnt vor einer Überwachung der Bürger per Mobiltelefon, Moderne Handys könnten die Privatsphäre der Nutzer massiv verletzen, sagte er dem am Sonntag erscheinenden "Tagesspiegel".

"Jeder, der ein Smartphone mit sich herumträgt und die Ortungsfunktion aktiviert, muss sich darüber im Klaren sein, dass diese Information gespeichert, übermittelt und gegebenenfalls mit anderen Informationen zusammengeführt wird", sagte Schaar.

Jeder Schritt könne nachvollzogen werden, so seine Warnung. "Freunde und Bekannte können herausbekommen, wo man ist." Dies gelte natürlich auch für den Ehepartner oder den Arbeitgeber. Das Problem stelle sich aber nicht nur bei Smartphones, sagte Schaar. "Jeder, der ein Handy mit sich führt, kann geortet werden. Und die Ortung ist besonders genau, wenn das Handy die Möglichkeit hat, GPS-Satelliten anzupeilen. Dasselbe gilt für alle Geräte mit W-Lan-Schnittstellen."

Schaar fordert im "Tagesspiegel" einen verbindlichen rechtlichen Rahmen, der die heimliche Ortung durch Dritte verbietet. Dieses Verbot müsse auch technisch sichergestellt werden. "Eine Ortung darf nur mit der ausdrücklichen Einwilligung des Bürgers erfolgen, nur für ganz bestimmte Dienste, für eine befristete Zeit und mit ganz klaren Verwendungsgrenzen", sagte Schaar.

Lesen Sie dazu auch:
Aigner will Nutzung von Geodaten gesetzlich regeln

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Weiterbildung auch mit Kind zügig möglich - im Verbund!"

Eine strukturierte Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt für die "Ärzte Zeitung" auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »