Ärzte Zeitung online, 20.09.2010

Wulff dringt auf gesunde Ernährung für Kinder

BERLIN (dpa). Gesundes Essen fängt zu Hause an: Bundespräsident Wulff dringt darauf, dass Eltern sich mehr dafür engagieren. Auch die Schulen und die Wirtschaft sollen mithelfen.

Eltern sollten sich nach Ansicht von Bundespräsident Christian Wulff stärker für die gesunde Ernährung ihrer Kinder einsetzen. "Es ist in erster Linie die Verantwortung von uns Eltern, Kinder von der Wichtigkeit gesunder Ernährung zu überzeugen", sagte Wulff am Montag in Berlin. "Wir müssen ihnen zeigen, dass die Qualität und Frische eines Produkts Einfluss auf das körperliche Wohlbefinden hat." Auch Kindergärten und Schulen sollten dabei helfen. "Der bewusste Umgang mit Nahrungsmitteln muss besonders früh geübt werden."

Der Bundespräsident forderte die Ernährungswirtschaft dazu auf, mehr über ihre Produkte zu informieren. "Auch Nahrungsmittelindustrie und Handel müssen sich stärker der Frage stellen, wie sie gesunde Ernährung durch Transparenz unterstützen können", sagte Wulff. "Die Verbraucher sollten diese in die Pflicht nehmen, indem sie genauer nachfragen." Bauern, Handel, Industrie und Verbraucher hätten gemeinsam eine Verantwortung.

Wulff forderte auch mit Blick auf den UN-Armutsgipfel in New York mehr Offenheit für neue Technologien, ohne Gentechnik dabei direkt zu erwähnen. "Wir sollten dabei offen und konstruktiv mit neuem Wissen und Techniken umgehen, die Ertragssteigerungen begünstigen und die Versorgung mit Nahrungsmitteln sicherer machen."

Der Nahrungsbedarf werde sich bis zum Jahr 2050 verdoppeln. Die Zahl der unterernährten Menschen sei trotz aller Erfolge weiter auf einem inakzeptabel hohen Niveau. Der Bundespräsident verlangte zugleich von großen Konzernen und der Forschung mehr Transparenz.

Wulff erhielt in diesem Jahr zum ersten Mal die Erntekrone von Bauernpräsident Gerd Sonnleitner. Der Präsident des Deutschen Bauernverbands sprach sich für eine stärkere Förderung der Bauern weltweit aus. Vor allem Landwirte litten an Armut und Hunger, weil ihnen Eigentum, hochwertiges Saatgut sowie der Zugang zu Krediten und Bildung verwehrt würden. Mit mehr Förderung "wäre das Millenniumsziel einer Halbierung der Hungernden auf der Welt schon längst erreicht", sagte Sonnleitner.

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