Ärzte Zeitung online, 21.09.2010

Kopftuchverbot: Wächtersbacher Arzt drohen jetzt Konsequenzen

FRANKFURT (dpa). Das Kopftuchverbot in seiner Praxis könnte für einen Arzt aus Wächtersbach in Hessen berufliche Konsequenzen haben.

Der Vorstand der Kassenärztliche Vereinigung (KV) Hessen hat nach eigenen Angaben vom Dienstag ein Disziplinarverfahren beim zuständigen Ausschuss beantragt.

Der Hausarzt hatte in seiner Praxis ein Plakat mit "Spielregeln" aufgehängt und unter anderem Kopftücher verboten. Zudem hatte er sich geweigert, Großfamilien zu behandeln und von seinen Patienten Deutsch-Grundkenntnisse verlangt. Dies hatte er mit Schwierigkeiten bei der Behandlung muslimischer Patienten begründet. Der Mediziner hat inzwischen um Entschuldigung gebeten.

Mitte Oktober soll nach Angaben der KV entschieden werden, ob ein Verfahren gegen den Mann eingeleitet wird. "Dann wäre eine Palette von Sanktionen möglich, angefangen von der Belehrung über die Verwarnung bis hin zur Geldstrafe und sogar im schweren Fall einem Entzug der Lizenz", bestätigte KV-Sprecher Karl Matthias Roth.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Weiterbildung auch mit Kind zügig möglich - im Verbund!"

Eine strukturierte Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt für die "Ärzte Zeitung" auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »