Ärzte Zeitung online, 27.09.2010

Röttgen will Schadstoff-Belastung des Menschen erforschen lassen

BERLIN (dpa). Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) hat eine stärkere Erforschung der Schadstoff-Belastung des menschlichen Körper gefordert.

Röttgen will Schadstoff-Belastung des Menschen erforschen lassen

"Umweltpolitik müsse auch der Gesundheit dienen", so Umweltminister Norbert Röttgen (CDU).

© dpa

Umweltpolitik müsse auch der Gesundheit dienen, sagte er am Montag bei einer Konferenz zum Human-Biomonitoring (HBM) in Berlin. In diesem Forschungszweig sollen wichtige Daten zur Belastung der Bevölkerung ermittelt werden.

Das HBM sei "ein hervorragendes Frühwarnsystem" und eine Möglichkeit, den Erfolg der Chemikalien-Politik zu kontrollieren, sagte Röttgen. Es gehe dabei auch um eine gesellschaftliche Komponente. So liege der Bleigehalt im Körper von Menschen aus sozial schwächeren Schichten oft höher.

Der Chef des Umweltbundesamtes (UBA), Jochen Flasbarth, erklärte, Umweltschutz dürfe keine Investitionsbremse für die Wirtschaft sein. Es gehe darum, problematische Chemikalien zu identifizieren und neue Standards zu entwickeln. So sei in den 1980er Jahren noch ein Bleigehalt von 700 Mikrogramm pro Liter Blut als tolerabel angesehen worden. Jetzt wisse man, dass jede Form von Blei im Körper ausgeschlossen werden müsse.

Nach Analysen des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) informieren viele deutsche Handelsketten zu wenig darüber. Nach der EU-Chemikalienverordnung REACH sind Händler verpflichtet, Verbrauchern auf Anfrage die in Produkten enthaltenen Schadstoffe mitzuteilen.

In einigen getesteten Waren wurden Weichmacher und Flammschutzmittel gefunden. Weichmacher gelten laut BUND als schädlich für die Fortpflanzungsfähigkeit.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Zahl der Behandlungsfehler stagniert

Die neue Statistik der Bundesärztekammer liegt vor. Sie zeigt, wo die meisten Behandlungsfehler passierten und wie die Schlichterstelle meistens entschied. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »