Ärzte Zeitung, 13.10.2010

Mecklenburg-Vorpommern wirbt für mehr Organspenden

Zwar ist die Bereitschaft zur Organspende im Nordosten Deutschlands überdurchschnittlich, aber Landespolitiker wollen noch mehr mobilisieren.

SCHWERIN (di). In einer gemeinsamen Aktion werben die Landesregierung und die demokratischen Landtagsfraktionen in Mecklenburg-Vorpommern für eine größere Bereitschaft zu Organ- und Gewebespenden. Den Aufruf unter dem Motto "Leben schenken durch Organspende" hat Gesundheitsministerin Manuela Schwesig (SPD) initiiert.

"Wir müssen mehr tun, um den Menschen zu vermitteln, wie lebenswichtig dieses Thema ist", sagte Schwesig. Es sei auch Aufgabe der Politik, dieses Thema ins Bewusstsein der Menschen zu rücken. Grund für ihren Aufruf: 12000 Menschen stehen in Deutschland auf der Warteliste, davon 285 in ihrem Bundesland.

Rund 1000 Menschen sterben nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation jährlich, weil für sie kein rettendes Organ bereit steht. Seit 1963 sind nach Angaben Schwesigs in Deutschland  65 326 Nieren, 16 469 Lebern, 10 210 Herzen, 3 230 Lungen und 2 818 Bauchspeicheldrüsen transplantiert worden (Stand 2009).

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es seit 2001 Transplantationsbeauftragte in den Krankenhäusern, die die Aktivitäten in den Häusern bündeln und so die Voraussetzungen für mehr Organspenden im Nordosten schaffen. In Mecklenburg-Vorpommern ist die Organspendebereitschaft deutlich höher als im Bundesdurchschnitt. Dennoch müsse es mehr Spender geben, forderte Schwesig. Ihr Appell ist inzwischen von  zahlreichen Abgeordneten unterzeichnet worden.

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Rösler: Votum für die Organspende

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