Ärzte Zeitung, 09.12.2010

Gemeinde offeriert 30 000 Euro Prämie für neuen Hausarzt

Gemeinde offeriert 30 000 Euro Prämie für neuen Hausarzt

Mit einer saftigen Geldprämie möchte die Gemeinde Reichartshausen im Odenwald einen Hausarzt anlocken.

© Reinhold Föger / fotolia.com

REICHARTSHAUSEN (mm). Die 2000 Bürger der kleinen Gemeinde Reichartshausen in Baden-Württemberg schlagen einen ungewöhnlichen Weg ein, um wieder einen Hausarzt für ihren Ort gewinnen zu können. 30 000 Euro wollen die Odenwälder demjenigen Mediziner zahlen, der bereit ist, in Reichartshausen eine Hausarztpraxis zu führen. Einen entsprechenden Beschluss hat der Gemeinderat gefasst.

"Wir wollen der drohenden medizinischen Unterversorgung trotzen", sagte Gunter Jungmann, Hauptamtsleiter der Gemeinde. Auch benachbarte Orte hätten große Mühe, Hausarztpraxen wieder zu besetzen, berichtet er. Man habe im vergangenen Jahr mehrmals mit dem langjährigen Hausarzt von Reichartshausen - mit Dr. Raimund Körber - zusammengesessen. Allgemeinmediziner Körber will nach über 25 Jahren Praxistätigkeit in den Ruhestand gehen. Seine bisherigen Versuche, einen Nachfolger für seine Hausarztpraxis zu finden, scheiterten.

Die Anzeige mit der ungewöhnlichen Werbung soll in diesen Tagen in der medizinischen Fachpresse lanciert werden. Hauptamtsleiter Jungmann zeigte sich zuversichtlich, dass die ungewöhnliche Offerte zum Erfolg führen wird.

"Es ist zum Beispiel denkbar, dass der Arzt seine Praxisräume längere Zeit mietfrei nutzen kann oder aber ihm ein Bauplatz zur Verfügung gestellt wird", sagt er. Ein kleiner Artikel über den Gemeinderatsbeschluss erschien bereits in der regionalen Presse. Doch bislang hat sich noch kein Hausarzt im Rathaus gemeldet.

Kontakt zur Gemeindeverwaltung: www.reichartshausen.de/html/verwaltung.html

[10.12.2010, 18:41:21]
Dr. Reiner Blessing 
Das geht viel einfacher , liebe Odenwälder ! Jeder Bürger schreibt seiner Krankenkasse, dass..
er ab dem nächsten Monat auch für den Hausarzt krankenversichert sein will. Wie ein Schweizer oder Holländer reicht er seiner Kasse die Arztrechnung ein. Die erstattet ihm dann den Kassenanteil- knapp 50 Prozent. Den Rest zahlt er selber - so einfach geht das . Und ein Hausarzt findet sich schnell, wenn seine Arbeit bezahlt wird  zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »