Ärzte Zeitung online, 21.12.2010

Pfleger soll Kinder in Berliner Klinik missbraucht haben

BERLIN (eb). Das Landeskriminalamt Berlin ermittelt derzeit gegen einen Pflegedienstmitarbeiter der Kinderintensivstation des Helios Klinikums Berlin-Buch.

Ihm wird vorgeworfen, in fünf Fällen Patienten dieser Station während ihres Aufenthaltes in der Klinik sexuell missbraucht zu haben. Alle Missbrauchsopfer sind Jungen. Der Mitarbeiter befindet sich inzwischen in Haft. Er war vom 1. Oktober 2009 bis zum 17. Dezember 2010 Pflegedienstmitarbeiter der genannten Station.

Die Ermittlungen des LKA dauern gegenwärtig an. Sobald die Namen der Kinder ermittelt sind, die während ihres Aufenthaltes in der Klinik Opfer eines Missbrauchs geworden sein sollen, werden die Eltern dieser Kinder umgehend durch das LKA benachrichtigt.

Das HELIOS Klinikum Berlin-Buch hat am heutigen Dienstag sämtliche Eltern, deren Söhne in den vergangenen 14 Monaten Patienten der Kinderintensivstation waren, in einem Brief über den Stand der Ermittlungen informiert. Es besteht für sie die Möglichkeit, sich umgehend mit der ermittelnden Behörde und/oder der Klinik in Verbindung zu setzen.

Für Eltern, die für sich und ihr Kind Hilfe suchen, steht ab sofort täglich unter der Telefonnummer 030 /9401 54444 im Helios Klinikum Berlin-Buch ein Infotelefon für Eltern und ein psychologisches Betreuungsangebot zur Verfügung.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Gefahr im Vekehr oder alles im grünen Bereich?

Patienten, die Cannabispräparate in Dauermedikation haben, dürfen am Straßenverkehr teilnehmen. Eine wissenschaftliche Debatte über ein erhöhtes Verkehrssicherheitsrisiko wurde noch nicht geführt. mehr »

Frau hat keinen Anspruch auf Schmerzensgeld

Hat eine Frau Anspruch auf Schmerzensgeld, wenn ein Arztfehler zu Impotenz des Mannes führt? Das OLG Hamm verneint – und gibt eine Begründung. mehr »

Tausende Pfleger ergreifen die Flucht

Großbritannien gehen die Pflegekräfte aus: Zu groß ist die Unzufriedenheit mit dem System. Sie zeigt sich zunehmend auch bei Patienten. mehr »