Ärzte Zeitung online, 04.01.2011

Bildungspolitik für die Deutschen wichtiger als Gesundheitspolitik

KÖLN (iss). Im Gesundheitswesen sehen viele Deutsche offenbar weniger Handlungsbedarf als in anderen Bereichen. Das mit Abstand wichtigste Thema, um das sich die Politik kümmern sollte, ist nach einer aktuellen Umfrage der Allianz Deutschland die Verbesserung des Bildungssystems.

Bildungspolitik für die Deutschen wichtiger als Gesundheitspolitik

Demonstration gegen die Bildungspolitik: Das Thema brennt den Bundesbürgern offenbar mehr unter den Nägeln als etwa die Gesundheitspolitik.

© dpa

Die Bildung betrachten 63 Prozent der Bevölkerung als sehr wichtig, gefolgt von der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit mit 47 Prozent und der Stabilisierung des Euro und der Verhinderung von Inflation sowie dem Umwelt- und Klimaschutz mit jeweils 43 Prozent. Eine Modernisierung des Gesundheitswesens hat dagegen nach der Umfrage nur für 39 Prozent oberste Priorität.

Das Meinungsforschungsinstitut forsa hatte im Auftrag der Allianz Anfang Dezember 1003 Deutschsprachige im Alter von 18 bis 69 Jahren telefonisch zum Thema "Die Deutschen und ihre Finanzen" befragt. Danach hält mit 63 Prozent die überwiegende Mehrheit Steuersenkungen zum jetzigen Zeitpunkt für nicht vertretbar. Nur 33 Prozent halten geringere Abgaben für richtig.

51 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass die internationale Finanzkrise sich weiter verschlimmern wird. 23 Prozent glauben, dass sie weitgehend überstanden ist und 22 Prozent, dass sie in den kommenden Jahren überstanden sein wird. Mit 29 Prozent haben weniger als ein Drittel durch die Finanzkrise ihren Umgang mit Geldanlagen durch die Finanzkrise verändert. Von ihnen haben 76 Prozent angegeben, jetzt mehr Wert auf Sicherheit zu legen.

71 Prozent informieren sich genauer, bevor sie einen Vertrag abschließen und 42 Prozent legen weniger Geld an als früher. "Sicherheit ist bei der Geldanlage für die Deutschen seit jeher oberstes Gebot. Doch die Finanzkrise hat diesen Wunsch noch weiter verstärkt", sagt Andree Moschner, Vertriebsvorstand der Allianz Deutschland.

Was die Finanzen betriftt, rangiert bei den guten Vorsätzen für 2011 mit 72 Prozent "keine Schulden zu machen" ganz vorn. 57 Prozent haben sich vorgenommen, sich in ihrem Lebensstandard nicht einzuschränken. 55 Prozent der Erwerbstätigen wollen mehr Geld verdienen. Schlechte Nachrichten für die Allianz: Nur 20 Prozent geben an, dass sie mehr für die private Altersvorsorge tun wollen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Gefahr im Vekehr oder alles im grünen Bereich?

Patienten, die Cannabispräparate in Dauermedikation haben, dürfen am Straßenverkehr teilnehmen. Eine wissenschaftliche Debatte über ein erhöhtes Verkehrssicherheitsrisiko wurde noch nicht geführt. mehr »

Frau hat keinen Anspruch auf Schmerzensgeld

Hat eine Frau Anspruch auf Schmerzensgeld, wenn ein Arztfehler zu Impotenz des Mannes führt? Das OLG Hamm verneint – und gibt eine Begründung. mehr »

Tausende Pfleger ergreifen die Flucht

Großbritannien gehen die Pflegekräfte aus: Zu groß ist die Unzufriedenheit mit dem System. Sie zeigt sich zunehmend auch bei Patienten. mehr »