Ärzte Zeitung online, 11.02.2011

Deutschland verbietet Bisphenol A in Babyfläschchen

BERLIN (eb). In Deutschland dürfen ab dem 1. März keine Babyfläschchen mehr mit Bisphenol A hergestellt werden. Eine entsprechende Verordnung hat das Verbraucherschutzministerium am Freitag in Berlin verkündigt, hieß es in einer Mitteilung.

Deutschland verbietet Bisphenol A an Babyfläschchen

Kind mit einem Babyfläschchen: Ab Juni gilt in Deutschland ein Verkaufsverbot diese Fläschchen, wenn sie Bisphenol A enthalten.

© Niehoff / imago

Die Bundesregierung reagiert damit auf einen Entscheidung der EU-Kommission von Ende November vergangenen Jahres.

Damals hatten sich EU-Mitgliedsstaaten mehrheitlich im Lebensmittelausschuss für eine Verbot der Chemikalie in Babyfläschchen gestimmt.

Verboten ist ab dem 1. März zunächst die Produktion von BPA-haltigen Fläschchen, teilte das Ministerium von Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) mit.

Ab Juni sind dann auch Import und Vertrieb von Babyfläschchen verboten, die Bisphenol A enthalten, hieß es weiter.

Der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) begrüßte die Ankündigung, kritisierte aber die Übergangsfrist bis Juni. Auch brauche es ein generelles Verbot der Chemikalie in allen Produkten für Kinder und Schwangere, teilt der BUND mit.

Verboten werden müsse BPA etwa auch in Babyschnullern. Nach eigenen Angaben hat der Verband bei einer Laboranalyse die Chemikalie in den meisten getesteten Schnullern festgestellt.

Bisphenol A ist hormonell wirksam. Es steht schon seit längerem in Verdacht, verschiedene Krankheiten, etwa KHK oder Diabetes, zu begünstigen. Die Chemikalie wird in der Kunststoffchemie zur Herstellung von Polymerverbindungen genutzt.

Erst Mitte Oktober hatte Kanada den Stoff auf die Liste toxischer Substanzen gesetzt. Die Regierung reagierte damit auf neue Risikobewertungen. Damit soll die Verwendung von BPA in dem Land künftig strenger reglementiert werden können.

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