Ärzte Zeitung online, 26.02.2011

Marburger Bund: Besuche von SPD-Politikern nutzen

FRANKFURT/MAIN (eb). In der kommenden Woche wollen rund 200 SPD-Politiker in Kliniken und Pflegeheimen mitarbeiten. Der Marburger Bund in Hessen hat jetzt seine Mitglieder aufgerufen, die Gelegenheit für Appelle zu nutzen.

Die Ärztegewerkschaft bezeichnete die SPD-Aktion in einem Aufruf an ihre Mitglieder als "großartige Chance für alle Ärztinnen und Ärzte". Vor allem das Thema Koalitionsfreiheit könnten die Klinikärzte bei den Politikern zur Sprache bringen.

Es sei wichtig, vor Ort sofort und spontan aktiv werden, so der Aufruf. Wenn ein Abgeordneter tatsächlich im Krankhaus auftauche, sollten die Ärzte die Chance zum Gespräch nutzen, heißt es in der Mitteilung.

Der Marburger Bund setzt sich vehement für die Tarifpluralität ein und macht Front gegen Einheitsgewerkschaften. Auslöser ist unter anderem ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom vergangenen Jahr, in dem es sich von der Tarifeinheit distanziert hatte.

Seitdem versuchen die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) die Bundesregierung zu einer gesetzlichen Neuregelung zu bewegen. Sie fordern eine Sicherung des Tarifmonopols.

Der Marburger Bund stemmt sich mit aller Macht dagegen. Juristen machen der Ärztegewerkschaft Mut, dass eine Einschränkung der Tarifpluralität rechtlich kaum durchsetzbar sein wird.

Die SPD hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass 200 ihrer Politiker in der kommenden Woche bundesweit in Kliniken und Pflegeheimen mitarbeiten wollen.

Jeweils einen Tag, so hieß es, wollen die Abgeordneten aus Bund und Ländern den Alltag von Beschäftigten, Kranken, Pflegebedürftigen und Angehörigen erkunden.

Diese "Praxistage" sollen nach Angaben der Partei die Sensibilität bei den gesundheitspolitischen Entscheidungen der kommenden Jahre erhöhen. Die Besuche sollen vom 28. Februar bis zum 2. März stattfinden.

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