Ärzte Zeitung online, 08.04.2011

Infektionsschutz nicht ohne einheitliche Standards

Der Verband der Uniklinika Deutschlands positioniert sich zum geplanten Klinikhygienegesetz.

Unikliniken fordern einheitliche Hygiene-Standards

Sauberer OP: Der VUD verlangt Nachbesserungen bei Röslers Hygienegesetz.

© K-H Krauskopf, Wuppertal

BERLIN (ami). Beim Infektionsschutz in Krankenhäusern müssen bundesweit einheitliche Standards gelten. Das fordert der Verband der Universitätsklinika Deutschlands (VUD) mit Blick auf das Klinikhygienegesetz.

"Wir begrüßen die Gesetzesinitiative, Mindeststandards bei Infektionsschutz vorzuschreiben, plädieren aber für einheitliche Regelungen, Umsetzung und Überwachung", so VUD-Vorstandsmitglied Andreas Tecklenburg. Der Verband fordert außerdem, dass die Planungen für eine neue Kommission beim Robert-Koch-Institut geändert werden.

Er plädiert dafür, dass die bereits vorhandene Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention mehr Befugnisse bekommt und um leitende Klinikmitarbeiter erweitert wird. Zudem fordern die Uniklinika eine Finanzierung für zusätzlich nötiges Personal und ausreichende Übergangsfristen für die Umsetzung des Gesetzes.

Strukturelle Maßnahmen in den Kliniken sind nötig

"Das Gesetz ist ein Vorzeigeprojekt politischer Art und nicht sehr von Inhalten getriggert", kritisierte der erste Vorsitzende des VUD Professor Jörg Rüdiger Siewert bei der Frühjahrstagung des Verbands in Berlin, die das Problem resistenter Erreger thematisierte.

Die Experten waren sich einig, dass für einen verbesserten Infektionsschutz in Kliniken auch strukturelle Maßnahmen nötig sind. Vor allem müssten Krankenhaushygiene, Mikrobiologie und klinische Infektiologie institutionell verankert werden, fasste VUD-Vorstandsmitglied Professor Detlev Michael Albrecht eines der Ergebnisse der Tagung zusammen.

Weiteres Ergebnis: Die Händedesinfektion bleibt zentrale Aufgabe. "Sie kann gar nicht hoch genug gehängt werden", so Albrecht. Kliniken müssten außerdem interne Richtlinien zur Antibiotikatherapie aufstellen, um Resistenzen zu verringern.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »