Ärzte Zeitung, 19.04.2011

Sachsen-Anhalt will mehr Kooperation im Gesundheitswesen

MAGDEBURG (zie). Norbert Bischoff (SPD) bleibt Gesundheitsminister in Sachsen-Anhalt. Er wurde - nach Redaktionsschluss - bei der konstituierenden Sitzung des neugewählten Landtags vereidigt. Dem Kabinett gehören je vier Minister aus CDU und SPD an.

Sachsen-Anhalt will mehr Kooperation im Gesundheitswesen

Norbert Bischoff (SPD): Er ist der alte und der neue Gesundheitsminister in Sachsen-Anhalt.

© dpa

Im Koalitionsvertrag betonen beide Parteien, sie wollten trotz Ärztemangels und alternder Bevölkerung am Ziel einer hochwertigen medizinischen Versorgung aller Menschen festhalten. Dazu gehörten außer der Grundversorgung auch Rehabilitation, Pflege sowie Gesundheitsförderung und Prävention.

Gerade mit Blick auf die demografische Entwicklung berge dies Chancen für das Land. "Schaffen wir es, deutschlandweit zu vermitteln, dass es sich lohnt, in Sachsen-Anhalt alt zu werden, dann stärkt das zugleich die Gesundheitswirtschaft und den Arbeitsmarkt des Landes", sagte Bischoff.

Die neue Landesregierung will auf ein verstärktes Miteinander zwischen Krankenhäusern, Kassenärztlicher Vereinigung und Krankenkassen setzen. Ohne diese Zusammenarbeit sei eine wohnortnahe Grundversorgung künftig nicht mehr möglich. Bischoff: "Gelingt es aber alle Möglichkeiten gemeindenaher ambulanter Versorgung auszuloten und aufzubauen, kann das beispielgebend für ganz Deutschland sein."

Dabei sollten bisherige Erfahrungen mit vernetzten Filialpraxen weiter entwickelt, sinnvolle Kooperationen zwischen Ärzten vor Ort gestärkt und eine ergänzende Versorgung durch nichtmedizinisches Personal gewährleistet werden.

Die stationäre Versorgung soll laut Koalitionsvertrag stärker auf die demografische Entwicklung ausgerichtet werden. Die Koalition setzt vor allem auf die Bündelung medizinischer Leistungen durch Standortkonzentrationen in den Regionen. Gleichzeitig soll die Pflege verstärkt in den Fokus der Arbeit rücken.

Wörtlich heißt es im Vertrag: "Ohne gut ausgebildete Pflegekräfte wird es keine qualitativ gute Pflege geben. Wichtig ist, dass der Beruf der Altenpflege mehr Anerkennung erhält und die Arbeit entsprechend entlohnt wird."

Fortgeführt wird auch das Stipendienprogramm für Medizinstudenten, die sich in Sachsen-Anhalt niederlassen wollen. Zudem haben CDU und SPD vereinbart, im kommenden Jahr das Rettungsdienstgesetz erneut zu novellieren.

Der Physiker Dr. Reiner Haseloff ist am Dienstag zum neuen Ministerpräsidenten Sachsen-Anhalts gewählt worden. Er löst den früheren Chefarzt Dr. Wolfgang Böhmer ab, der das Amt neun Jahre inne hatte.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Luftschadstoffe beeinträchtigen viele Organsysteme

Die Lunge gilt zwar als Eintrittspforte für Schadstoffe aus der Luft, kurz- und langfristige Gesundheitsschäden scheinen jedoch vor allem im Herzkreislaufsystem aufzutreten. mehr »

Für die Union ist Substitution von Ärzten kein Tabu

Nichtärztliche Gesundheitsberufe sollen stärker in die Versorgung eingebunden werden, fordert die Union. Ärztepräsident Montgomery benennt die Fallstricke für solche Pläne. mehr »

Frühe ART wirkt protektiv

Die frühe antiretrovirale Therapie (ART) schützt HIV-Patienten vor schweren bakteriellen Infektionen. mehr »