Kongress, 02.05.2011

Gute Gesundheitsversorgung ?  Widersprüche werden größer

Zahlt meine Kasse tatsächlich alles, was ich medizinisch benötige? Besucher des Patiententages äußerten Skepsis.

Gute Gesundheitsversorgung ?  Widersprüche werden größer

Podiumsdiskussion (von rechts): Wolfram Candidus (DGVP), Brigitte Schuler (Ärztinnenbund), Martin Leimbeck (Kammer Hessen), Moderatoren Ingeborg Salm-Boost ("Wiebadener Kurier") und Wolfgang van den Bergh ("Ärzte Zeitung").

© sbra

WIESBADEN (fuh). 20 Prozent der 180 Milliarden in der GKV pro Jahr erbrachten Gelder werden völlig ineffizient verwendet. Diese Meinung hat der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Versicherte und Patienten Wolfram-Armin Candidus beim Patiententag am Samstag in Wiesbaden vertreten.

"Das sind 100 Millionen Euro pro Tag", rechnete Candidus in einer Veranstaltung vor, zu der gemeinsam die "Ärzte Zeitung" und der "Wiesbadener Kurier" eingeladen hatten. Thema des Forums: "Gerecht behandelt? Wie sieht die medizinische Behandlung der Zukunft aus?"

Hessens Kammer-Vize Dr. Martin Leimbeck zweifelt zwar nicht daran, dass die notwendige medizinische Versorgung auch in Zukunft finanziert werden kann. Aber auch er zeigte sich überzeugt, dass viel Geld verschwendet wird - vor allem, weil an den Schnittstellen der Versorgung oft extrem ineffizient gearbeitet werde.

Ziel müsse es bei zunehmend begrenzten finanziellen Ressourcen sein, eine breite Debatte zu initiieren: "Die Gesellschaft muss entscheiden, was in Zukunft noch bezahlt werden soll und was nicht", sagte Leimbeck.

Dringenden Handlungsbedarf mahnte er mit Blick auf die ärztliche Versorgung auf dem Land an. Eine überbordende Bürokratie und drohende Regresse führten dazu, dass das Interesse junger Ärzte an einer Niederlassung im ländlichen Bereich immer weiter sinke.

Dr. Brigitte Schuler vom Ärztinnenbund forderte mehr Eigenverantwortung von Patienten. Es sei falsch, bei der Finanzierung von Leistungen ausschließlich auf die GKV zu setzen.

"Wir haben uns daran gewöhnt, dass alle Gesundheitsprobleme über das Verschreiben von Medikamenten geregelt werden", sagte sie.

Bei Besuchern des Forums, das vom Chefredakteur der "Ärzte Zeitung" Wolfgang van den Bergh und von Ingeborg Salm-Boost vom "Wiesbadener Kurier" moderiert wurde, stieß Schuler mit ihrer Patienten-Kritik auf heftigen Widerspruch.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »