Ärzte Zeitung, 05.05.2011

Mehr Ärzte je Region: Bessere Chancen für Patienten

Eine Studie der Technischen Universität Berlin zeigt: Je mehr Ärzte in einer Region arbeiten, um so stärker wird die Zahl vermeidbarer Todesfälle reduziert.

Von Angela Mißlbeck

BERLIN (ami). Wo es viele Ärzte gibt, sterben die Menschen seltener an vermeidbaren Todesursachen. Das ist ein erstes Ergebnis einer Studie der Technischen Universität Berlin (TUB).

"Insgesamt können wir sagen, dass die Anzahl der Ärzte die Zahl der vermeidbaren Todesfälle leicht reduziert", so Studienleiterin Dr. Leonie Sundmacher vom Fachgebiet Management im Gesundheitswesen der TUB. Der Patient habe dann letztlich bessere Chancen, einen Facharzt für sein spezifisches Krankheitsbild zu finden.

Zu den vermeidbaren Sterbefällen zählen die Gesundheitsforscher 35 Todesursachen gemäß WHO-Definition, darunter etwa Masern, Krebs, Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes: Für sie gelte, dass sie bei entsprechender Vorsorge in großer Zahl hätten verhindert werden können.

Die Zusammenhänge zwischen strukturellen Gegebenheiten des Gesundheitssystems und Häufungen vermeidbarer Todesfälle in bestimmten Kreisen wollen die Forscher nun weiter untersuchen. In weiteren Studien will Sundmacher herausfinden, ob etwa die Anzahl der Hausärzte oder die Facharztdichte in einer Region Einfluss auf die Sterblichkeit infolge von kardiovaskulären Krankheiten hat.

Die erste Studie hat festgestellt, dass es einen deutlichen Unterschied bei der Sterblichkeit an Herz-Kreislauferkrankungen zu ungunsten der neuen Bundesländer gibt. Sundmacher vermutet als Ursachen dafür "unterschiedliche Lebens- und Ernährungsgewohnheiten zu DDR-Zeiten und eine aktuell schlechte sozioökonomische Lage".

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