Ärzte Zeitung, 16.05.2011

Genderwissen soll Teil des Medizinstudiums werden

KÖLN (sfs). Angehende Ärzte sollen künftig schon während ihres Studiums mit geschlechterspezifischen Aspekten der Medizin vertraut gemacht werden.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat Professor Bettina Pfleiderer, Leiterin der Arbeitsgruppe "Cognition and Gender" am Institut für Klinische Radiologie der Universität Münster, mit einer Online-Befragung zum Genderwissen von Studierenden, wissenschaftlichen Mitarbeitern und Lehrpersonal beauftragt.

Auf der Grundlage der Ergebnisse will das Institut in Kooperation mit der Uni Essen-Duisburg ein geschlechtersensibles Didaktikmodul für die Medizinerausbildung entwickeln. Medizinstudenten sollten sich möglichst früh mit Geschlechteraspekten befassen, um besser darauf vorbereitet zu sein, dass der Faktor Geschlecht bei Diagnose und Verlauf von Krankheiten eine Rolle spielen kann, so Pfleiderer.

Die Hirnforscherin beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit der Geschlechterforschung in der Medizin. Mit ihren Untersuchungen zum unterschiedlichen Schmerzempfinden von Frauen und Männern etwa hat sie gezeigt, wie wichtig Geschlechterforschung in der Medizin sein kann.

Anhand ihrer Ergebnisse konnten Schmerztherapien geschlechterspezifisch angepasst werden. "Die Berücksichtigung von geschlechtsspezifischen Aspekten in der Medizin ist die Voraussetzung für eine individualisierte Gesundheitsversorgung", sagt Pfleiderer.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »