Ärzte Zeitung online, 17.05.2011

WHO kündigt Reform an

GENF (dpa). Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) muss sich nach Ansicht ihrer Chefin Dr. Margaret Chan dringend reformieren.

"Eine Reform ist unabdingbar. Die WHO begibt sich nun auf die größte Verwaltungs-, Geschäftsführungs- und Finanzreform in ihrer 63-jährigen Geschichte", sagte Chan auf der Weltgesundheitsversammlung, dem höchsten Gremium der UN-Organisation.

Sie reagierte damit auf vielfache Kritik an der WHO. Die Organisation war beispielsweise für ihren Umgang mit der Schweinegrippe in die Kritik geraten. Sie soll zu eng mit der Pharmaindustrie verstrickt gewesen sein, so ein Vorwurf.

Die Organisation gab etwa nicht bekannt, welche Experten WHO-Chefin Chan während der Pandemie beraten hatten. Die WHO hatte die höchste Pandemie-Stufe wegen der Schweinegrippe verhängt - die Grippe verlief jedoch relativ mild.

Kritik an der Reaktion auf Atomkatastrophe in Japan

Andere kritisieren die Reaktion der WHO auf den Atomunfall in Japan und unterstellen ihr eine Abhängigkeit von der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) in Wien.

So habe sie bis heute kein eigenes Team nach Japan geschickt, um die Bevölkerung unabhängig über die gesundheitlichen Auswirkungen des Super-GAUs zu informieren, kritisieren etwa die Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW).

WHO müsse sich noch mehr öffnen

Die WHO müsse sich allen im Gesundheitswesen tätigen Gesellschaftsgruppen und Ländern noch mehr öffnen, sagte Chan. Sie versprach während der bis zum 24. Mai dauernden Konferenz eine kritische Bestandsaufnahme.

Aus gesundheitspolitischer Sicht stehen in Genf nicht übertragbare Krankheiten wie Krebs, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Leiden im Zentrum.

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