Ärzte Zeitung, 25.05.2011

Kommentar

Herausforderung für Pädagogen

Von Ingeborg Bördlein

Die deutschen - noch vorläufigen - Ergebnisse der SEYLE-Studie zur Gesundheitsförderung durch Prävention von riskanten und selbstschädigenden Verhaltensweisen bei Jugendlichen zeigen, dass Aufklärung und präventive Maßnahmen an Schulen Sinn machen. Die Lehrer zeigten großes Interesse an einem "Gatekeeper-Training", das sie dafür sensibilisiert, gefährdete Schüler zu erkennen und mit ihnen umgehen zu lernen.

Nach der Erfahrung der Heidelberger Wissenschaftler ist die Schule auch der beste Ort, um solche Trainingseinheiten für Schüler umzusetzen. Doch professionelle Helfer haben es schwer, an die Jugendlichen heranzukommen. Psychische Probleme sind für sie offensichtlich ein Tabuthema - auch manche Eltern machen da wohl lieber die Augen zu. So erfuhren die Heidelberger Wissenschaftler bei der Befragung, dass viele Schüler Angst hatten, sie würden wegen ihrer Probleme verlacht.

Gefährdete Kinder und Jugendliche zu identifizieren und Behandlungsoptionen anzubieten - das ist eine große Herausforderung. Viele Lehrer, die zunehmend mit Aufgaben konfrontiert werden, die eigentlich Sozialarbeiter bewältigen müssten, können ein Lied davon singen.

Lesen Sie dazu auch:
Mädchen reagieren besser auf Angebote zur Prävention

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »