Ärzte Zeitung, 15.06.2011

Alte Menschen sind geduldige und zufriedene Patienten

Die Noten für die Gesundheitsversorgung fallen umso besser aus, je mehr Erfahrung Patienten damit machen.

Alte Menschen sind geduldige und zufriedene Patienten

Arzttermin um neun: Ältere sind geduldiger bei den Wartezeiten.

© Doc RaBe / fotolia.com

KÖLN (iss). Patienten in Nordrhein-Westfalen ärgern sich beim Arztbesuch oder der Behandlung im Krankenhaus am ehesten über lange Wartezeiten bei der Terminvergabe und über zu wenig Zeit und Verständnis.

Das zeigt eine repräsentative Befragung des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK).

Forsa hatte im Mai dieses Jahres 1002 Männer und Frauen ab 18 Jahren befragt. Von ihnen waren 78 Prozent sehr oder eher zufrieden mit der ärztlichen Versorgung in NRW.

Sehr unzufrieden waren vier Prozent, eher unzufrieden 16 Prozent. Am höchsten war die Zufriedenheit bei den über 60-Jährigen mit 84 Prozent, am niedrigsten bei den 18- bis 29-Jährigen mit 72 Prozent.

Von den Befragten waren elf Prozent in den vergangenen zwölf Monaten überhaupt nicht in ärztlicher Behandlung. 43 Prozent waren zwei bis fünf Mal beim Hausarzt, beim Facharzt oder im Krankenhaus. Sechs Prozent waren mehr als 20 Mal in Behandlung.

Gefragt, was sie beim Arzt oder im Krankenhaus schon einmal gestört hat, nannten 53 Prozent die lange Wartezeit auf einen Termin, 41 Prozent zu wenig Zeit und Verständnis für die Patienten und 32 Prozent die fehlende Aufklärung der Patienten.

Deutlich seltener war den Befragten die schlechte Zusammenarbeit der Leistungserbringer (19 Prozent), mangelnde Hygiene und Sauberkeit (18 Prozent) oder der Einsatz alter Technik negativ aufgefallen.

Vor allem jüngere Patienten empfanden die Wartezeiten (66 Prozent) und die fehlende Aufmerksamkeit (51 Prozent) als Ärgernis. Die über 60-Jährigen monierten diese Faktoren deutlich seltener mit 36 Prozent beziehungsweise 30 Prozent.

"Patienten wünschen sich mehr Informationen über ihre Erkrankung und die Therapie", sagte der Landeschef der DAK Hans-Werner Veen. Die Menschen dürften mit ihren Fragen nicht allein gelassen werden, forderte er.

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