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Ärzte Zeitung online, 01.07.2011

Bundesfreiwilligendienst, Zivildienst und FSJ im Vergleich

Der Bundesfreiwilligendienst ersetzt ab dem 1. Juli 2011 den Zivildienst. Wer in sozialen- und karitativen Einrichtungen mitarbeiten möchte, kann dies auch weiterhin im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) tun.

Bundesfreiwilligendienst (BFD)

Der Bundesfreiwilligendienst ist neu entstanden und der Nachfolger des Zivildienstes, der endete, weil die Wehrpflicht abgeschafft wurde.

Der BFD soll in der Regel zwölf Monate dauern, kann aber auch bei Bedarf auf sechs verkürzt oder auf gar 18 Monate verlängert werden. In Ausnahmefällen kann eine Stelle auf 24 Monate angelegt werden.

Bei diesem Freiwilligendienst gibt es keine Altersbeschränkung: Sobald man die Vollzeitschulpflicht erfüllt hat, kann jeder diesem Dienst nachgehen, solange er ohne Erwerbsabsicht und außerhalb einer Berufsausbildung absolviert wird. Somit können auch Frauen und Rentner eine Stelle bekommen.

Einsatzstellen sind laut Gesetz Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, der schulischen Jugendbildung sowie Jugendarbeit, Alten-, Wohlfahrts- und Gesundheitspflege, der Behindertenhilfe sowie bei der Kultur- und Denkmalpflege. Dazu gehört auch Sport, Integration, Zivil- und Katastrophenschutz sowie Bereiche des Umweltschutzes.

Im Bundesfreiwilligendienst sollen auch Seminartage zur kulturellen und sozialpolitischen Bildung enthalten sein. Daher ist der BFD wie das Freiwillige Soziale Jahr ein Bildungs- und Lerndienst. Das Einstiegsdatum für eine BFD-Stelle ist je nach Arbeitgeber flexibel.

Zivildienst

Die Zeit des Zivildienstes wurde von anfänglich zwölf auf 20 Monate ausgedehnt. Kurz vor Aussetzung der Wehrpflicht dauerte er nur noch sechs Monate - für viele soziale Einrichtungen war dieser Dienst dann nicht mehr sinnvoll, da die jungen Menschen kaum eingearbeitet werden konnten.

Der Zivildienst konnte als "Wehrersatzdienst" abgeleistet werden, wenn man einen Dienst an der Waffe ablehnt.

Als Zivildienstleistender waren die Einsatzstellen vor allem in sozialen Einrichtungen, in denen Fahrdienste und Betreuung von Älteren, Kindern oder Behinderten übernommen wurde.

Auch Zivildienstleistende konnten an Bildungsseminaren teilnehmen.

Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ)

Im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) können junge Menschen im Alter bis 27 Jahren einen Dienst in sozialen- und karitativen Einrichtungen absolvieren. Start ist hier jedes Jahr der 1. August und dauert in der Regel zwölf Monate.

Viele soziale Träger haben mit der Zeit ihre Zivildienststellen heruntergefahren und mehr FSJ-Stellen aufgebaut, da die Einsatzdauer beim Zivildienst immer weiter gekürzt wurde.

Das FSJ legt viel Wert auf Seminararbeit: Neben Einführungs- und Schlussseminaren gibt es auch mehrere Bildungsseminare, für die die FSJler freigestellt werden müssen. Einsatzorte sind nicht nur soziale Einrichtungen.

Inzwischen gibt es auch ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ), ein Freiwilliges Jahr Kultur, sowie Freiwilliges Jahr im Sport, in der Denkmalpflege oder im politischen Bereich.

Seit Jahren hat das FSJ sehr hohe Anmeldezahlen: Oft gibt es vier Mal so viele Bewerbungen als Stellen. (bee)

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