Ärzte Zeitung, 11.07.2011

Privatuni erhält für sieben Jahre Planungssicherheit

Vom Sorgenkind zur Vorreiterrolle in der Ärzteausbildung: Die Uni Witten/Herdecke erhält ein dickes Lob. Und: Ihre Akkreditierung wird um sieben Jahre verlängert, üblich sind fünf.

Von Anno Fricke

Privatuni Witten/Herdecke erhält Planungssicherheit für sieben Jahre

Marquardt: "Der Studiengang Humanmedizin ist beispielgebend."

© David Ausserhofer

BERLIN. Der Wissenschaftsrat hat die Universität Witten/Herdecke für sieben weitere Jahre reakkreditiert. Dies hat das Gremium am Montag in Berlin bekannt gegeben. Üblich sind bei Akkreditierungen nur fünf Jahre.

Lob sprach der Wissenschaftsrat der Entwicklung der Humanmedizin in der Fakultät Gesundheit aus. Der vom Land Nordrhein-Westfalen geförderte Modellstudiengang sei beispielgebend und könne eine Vorreiterrolle für ganz Deutschland spielen, sagte Ratsvorsitzender Professor Wolfgang Marquardt.

Ein Grund dafür sei, dass die Uni ihre Studierenden nicht nach "formalen Parametern" auswähle, sondern nach dem persönlichen Interesse am Arztberuf. Ein weiterer Grund sei die enge Verbindung der Medizin mit gesellschaftswissenschaftlichen Themen.

Auch den finanziellen Konsolidierungskurs der Hochschule wertete Marquardt positiv. Etwa 48 Prozent der Anteile an der Trägergesellschaft der Hochschule hält die Software AG Stiftung.

Lob für die Kooperation, Kritik für die Forschung

Dass die angehenden Mediziner inzwischen nur noch an drei Kliniken in der Umgebung der Uni praktisch ausgebildet würden und nicht mehr wie früher an Krankenhäusern in ganz Deutschland, hat der Wissenschaftsrat ebenfalls positiv aufgenommen.

Die Kooperationen mit den beiden Helioskliniken in Wuppertal und dem Krankenhaus Merheim in Köln solle die Hochschule weiter ausbauen.

Weniger freundlich hat der Rat die Forschungsleistungen der Universität kommentiert. Für eine Universität sei die Forschung "tragfähig" formulierte Wolfgang Marquardt vorsichtig. Er gab sich aber zuversichtlich, dass die Universität "ans Ziel" komme.

Freude bei den Verantwortlichen den Uni

Dieses Ziel besteht in einer vorbehaltlosen Anerkennung aller Leistungen der privaten Universität. Die Medizinerausbildung der Hochschule stand vor wenigen Jahren noch in der Kritik.

Forschung und Lehre kämen zu kurz, monierte der Wissenschaftsrat 2005. In der Folge durfte die Universität für ein Jahr keine neuen Medizinstudierenden einschreiben.

Als "Riesenerfolg" wertete der wissenschaftliche Geschäftsführer der Uni, Professor Martin Butzlaff das Ergebnis des Wissenschaftsrates.

"Die Akkreditierung für sieben Jahre gibt Planungssicherheit für die anstehenden Aufgaben", sagte er. Üblicherweise vergibt der Wissenschaftsrat die Hochschulakkreditierungen immer nur für fünf Jahre.

Im Wintersemester waren in Witten/Herdecke 1175 Studierende eingeschrieben. Forschungsschwerpunkt der Fakultät „Gesundheit“ ist die integrative und personalisierte Gesundheitsversorgung. Unter anderem dafür hat die Uni 2010 rund 8,5 Millionen Euro an Drittmitteln eingeworben.

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