Ärzte Zeitung, 20.07.2011

Kommentar

Friedenspakt für die Unikliniken

Von Florian Staeck

Die Tinte ist kaum trocken, da dreht die grün-rote Landesregierung in Baden-Württemberg das Universitätsmedizin-Gesetz wieder auf Null zurück. Damit wird eine Strukturreform, die der Landtag erst im Februar mit schwarz-gelber Mehrheit beschlossen hatte, komplett revidiert.

Die frühere Landesregierung unter Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) wollte die vier Universitätsklinika und deren medizinischen Fakultäten zu einer "Körperschaft für Universitätsmedizin" zusammenführen, die Opposition geißelte dies als "Zwangsverbund".

Der Vorgang zeigt, dass Baden-Württemberg einen parteiübergreifenden "Hochschulfrieden" braucht. Vorbild könnte der "Schulfrieden" sein, der bereits in einigen Ländern - zuletzt in Nordrhein-Westfalen - geschlossen wurde. Dabei einigen sich die Parteien langfristig auf Schulstrukturen, um Kinder und Eltern von Reformen nach jedem Regierungswechsel zu verschonen.

Dieser Schritt wäre mit Blick auf die Hochschulen auch im Südwesten sinnvoll. Zu wichtig sind Universitätsklinika für die Forschungslandschaft und die Ausbildung des akademischen Nachwuchses, als dass sich das Land einen ideologisch verbissenen Streit um Weichenstellungen leisten könnte.

Lesen Sie dazu auch:
Unimedizin will zurück in die Zukunft
Schuldenbremse blutet Unikliniken aus
Unimedizin-Gesetz im Südwesten wird abgewickelt
Kommentar: Friedenspakt für die Unikliniken

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Sind Computer bald die besseren Therapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »

Kollege Computer, übernehmen Sie!

Eine computer-basierte Verhaltenstherapie kann Insomnie-Patienten den Schlaf zurückgeben. Der Erfolg ist ähnlich gut wie durch menschliche Therapeuten, bescheinigt ein kalifornischer Professor. mehr »

Kein frisches Geld in Sicht

Die umfassende Studien-reform soll zunächst ohne zusätzliches Geld auskommen. Darauf haben sich Bund und Länder geeinigt, wie aus dem vertraulichen Papier hervorgeht. mehr »