Ärzte Zeitung, 17.08.2011

Keine Ärzte, um Erstklässler zu untersuchen

Weil die Bezahlung im öffentlichen Dienst so schlecht ist, findet das Frankfurter Gesundheitsamt keine Pädiater.

FRANKFURT/MAIN (ine). Personalmangel bei der Schuleingangsuntersuchung in Frankfurt/Main: Von den 6600 Erstklässlern konnten 550 nicht untersucht werden, weil dem Gesundheitsamt Kinderärzte fehlen.

Bei ihnen muss die Untersuchung in den nächsten Wochen nachgeholt werden. "Wir suchen händeringend drei Kollegen", sagt Dr. Peter Neumann von der Abteilung Kinder- und Jugendmedizin des Gesundheitsamtes.

Kinderärzte sind in Neumanns Abteilung nicht nur für Eingangsuntersuchungen zuständig, sie machen auch Gutachten für Sozial- und Jugendämter und betreuen im Team mit Kinderkrankenschwestern, Hebammen und Ärzten Familien im Jahr nach der Geburt. "Fachlich ist das sehr interessant", sagt Neumann. Zudem gebe es flexible Arbeitszeiten und ein Altersteilzeitmodell.

"Unser Problem ist die nicht-adäquate Bezahlung der Kinderärzte", so Neumann. Die Ärzte im Gesundheitsamt werden nach dem Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst (TVöD) bezahlt - und nicht nach dem TVöD für Krankenhäuser.

Damit verdienen sie nach Schätzungen von Naumann etwa 2000 Euro im Monat weniger als ihre Kollegen an Krankenhäusern.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »