Ärzte Zeitung online, 22.08.2011

Altersarmut: 660.000 Rentner brauchen Nebenjob

SAARBRÜCKEN (dpa). Immer mehr Rentner kommen einem Zeitungsbericht zufolge offenbar nur noch mit einem Nebenjob finanziell über die Runden.

Im vergangenen Jahr seien rund 660.000 Menschen im Alter zwischen 65 und 74 Jahren nebenher einer geringfügigen Beschäftigung oder einem Minijob nachgegangen, schreibt die "Saarbrücker Zeitung".

Im Jahr 2000 habe die Zahl noch 416.000 betragen. Dies gehe aus eine Aufstellung des Bundesarbeitsministeriums hervor. Die Zahl von Rentnern mit kleinen Jobs habe demnach um 58,6 Prozent zugenommen.

400.000 Menschen im Alter über 65 Jahren beantragten und erhielten dem Bericht zufolge 2009 die staatliche Grundsicherung im Alter - ein Zuwachs von 55 Prozent gegenüber 2003, als es nur 258.000 waren.

Der Linken-Abgeordnete Matthias Birkwald, der eine kleine Anfrage zu dem Thema an die Bundesregierung gestellt hatte, sagte der Zeitung: "Ruhestand war gestern, malochen bis zum Tode heißt heute das Schicksal von immer mehr Rentnerinnen und Rentnern."

Gering bezahlte Arbeit führe direkt in die Altersarmut. Birkwald forderte, alle Rentenkürzungsfaktoren abzuschaffen, die Rente mit 67 zurückzunehmen und wieder Mindestentgeltpunkte für Langzeitarbeitslose und Niedrigverdiener einzuführen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »