Ärzte Zeitung, 08.09.2011

Kinder bei sozialer Benachteiligung häufiger krank

Kinder bei sozialer Benachteiligung häufiger krank

Kinder von Alleinerziehenden aus unterprivilegierten Haushalten fühlen sich oft traurig, ohne zu wissen warum.

© Aamon / fotolia.com

BERLIN (wul). Kinder aus unterprivilegierten Haushalten fühlen sich häufiger krank und emotional belastet. Das ergab eine repräsentative Studie der Universität Bielefeld, die kürzlich in Berlin vorgestellt wurde.

Die Studie will zeigen, welchen Einfluss Alleinerziehung und finanzielle Lage aus der Sicht der betroffenen Kinder auf ihr Leben haben.

So gaben 22 Prozent der benachteiligten Kinder, sowohl von Alleinerziehenden als auch aus traditionellen Haushalten, an, häufig Bauchschmerzen zu haben. Bei den privilegierten Familien und Alleinerziehenden beklagten sich dagegen 16 beziehungsweise 15 Prozent der Kinder über häufige Bauchschmerzen.

Emotionale Belastung und Kopfschmerzen

Ein ähnliches Bild ergibt sich bei Kopfschmerzen: Während rund 23 Prozent der unterprivilegierten Kinder von häufigen Kopfschmerzen berichteten, waren es bei privilegierten Kindern rund 16 Prozent.

Auch fühlen sich sozial benachteiligte Kinder öfter emotional belastet. Diese Belastung hängt der Studie zufolge signifikant mit der sozio-ökonomischen Lage der Familien zusammen.

"Bei Kindern von alleinerziehenden und zugleich sozial benachteiligten Eltern erhöht sich die Wahrscheinlichkeit einer emotionalen Belastung", sagte der Studienleiter, Professor Holger Ziegler.

So gaben beispielsweise 22 Prozent der Kinder von benachteiligten Alleinerziehenden an, "oft traurig zu sein, ohne zu wissen warum". Bei den wohlhabenden Alleinerziehenden waren es 16 Prozent.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Mehr Pneumonien unter Benzodiazepinen

Benzodiazepine sind bei Patienten, die an Morbus Alzheimer leiden, mit einer Häufung von Lungenentzündungen assoziiert. Für Z-Substanzen gilt das womöglich nicht. mehr »

Psychotherapie bei Borderline nur mäßig erfolgreich

Spezifische Psychotherapien sind bei Borderline-Patienten unterm Strich zwar wirksamer als unspezifische Behandlungen: Allerdings fällt die Bilanz in kontrollierten Studien eher mager aus. mehr »

KBV legt acht Punkte für eine Reformagenda vor

Rechtzeitig vor dem Bundestagswahlkampf und dem Start in eine neue Legislaturperiode hat die KBV ein Programm für eine moderne Gesundheitsversorgung vorgelegt. Was steht drin? mehr »