Ärzte Zeitung, 16.10.2011

Kommentar

Entlassmanagment erfordert Einsatz

Von Ilse Schlingensiepen

Ein gut funktionierendes Überleitungsmanagement stellt Ärzte in Klinik und Praxis vor große Herausforderungen. Gerade ältere, multimorbide Patienten profitieren, wenn die Informationen zwischen dem Krankenhaus und dem Hausarzt, dem Pflegeheim oder den pflegenden Angehörigen reibungslos fließen und Versorgungsbrüche vermieden werden.

Ob das in der Realität klappt, hängt vor allem vom Engagement der einzelnen Ärzte, Pfleger oder Sozialarbeiter ab - etablierte Kommunikationsstrukturen und Handlungsroutinen sind in vielen Regionen noch die Ausnahme.

Das hat mehrere Gründe. Themen wie die Entlassung oder Überleitung der Patienten spielen in der Ausbildung von Ärzten und Pflegern kaum eine Rolle. Deshalb mangelt es an Problembewusstsein. Zudem schlägt die Trennung der Sektoren durch.

Der Blick über den Tellerrand ist immer noch zu selten. Oft sieht jeder nur die Notwendigkeiten des eigenen Bereichs - die Versorgung des Patienten hört aber nicht an der Klinik- oder Praxistür auf.

Mancher Arzt oder Pfleger wird sich fragen: Was soll ich noch alles machen? Ein Überleitungsmanagement, das den Namen verdient, erfordert Einsatz und Zeit. Das fordert nicht nur die Beteiligten, sondern auch die Kostenträger. Die Verbesserung der Patientenversorgung gibt es nicht zum Nulltarif.

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Aus der Klinik nach Hause oder ins Heim entlassen - oft ohne Informationen

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