Ärzte Zeitung online, 22.10.2011

Missbrauchsbeauftragte will Rechtsanspruch auf Beratung

MÜNCHEN (dpa). Die scheidende Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Christine Bergmann, will Opfern einen Rechtsanspruch auf Zugang zu einer Beratungsstelle geben.

Nur so könne dafür gesorgt werden, dass die notleidenden Beratungsstellen für missbrauchte Erwachsene und Jugendliche endlich finanzielle Sicherheit hätten, sagte Bergmann der "Süddeutschen Zeitung". Bergmann scheidet am 31. Oktober wie geplant als Beauftragte aus.

"Wir brauchen einen Rechtsanspruch Betroffener auf Beratung, so wie im Bundeskinderschutzgesetz vorgeschlagen oder bei der Schwangeren-Konfliktberatung. Nur dann kann es eine verbindliche und solide Finanzierung geben", sagte Bergmann.

Die Beratungsstellen seien immens wichtig. Es gebe aber noch große Lücken. So fehlten etwa Anlaufstellen für erwachsene Männer, für Menschen mit Behinderungen sowie Migranten. Auch in ländlichen Gebieten sei das Angebot viel zu gering.

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