Ärzte Zeitung online, 25.10.2011

Rechnungsprüfer zweifeln an Schulmilch

Fast 100 Millionen Euro gibt die EU jedes Jahr für die Subvention von Schulmilch aus. Doch was für die Schüler gut sein soll, wirkt offenbar nicht richtig.

BRÜSSEL (dpa). Mit EU-Geldern vergünstigte Schulmilch bringt nach Einschätzung des Europäischen Rechnungshofs nicht die gewünschten Effekte.

"Die Wirksamkeit des Programms "Schulmilch" ist bis heute sehr gering", monierten die Kontrolleure am Montag in Brüssel mit Blick auf. Zweifel gibt es auch an einem EU-Programm für Schulobst.

Der Rechnungshof kritisierte, subventionierte Lebensmittel "würden meistens entweder sowieso in die Mahlzeiten der Schulkantinen aufgenommen oder von den Empfängern wahrscheinlich auch ohne Beihilfe gekauft".

Verteilung künftig auf weniger Schüler

Außerdem unterscheide das Schulprogramm nicht nach sozialen Schichten - es würden alle Schüler berücksichtigt, egal, ob sie aus armen oder reichen Familien kommen.

Die Rechnungshof-Prüfer forderten die EU-Kommission auf, die Programme zu überarbeiten. So solle die gleiche Summe auf weniger Schüler verteilt werden, um gezielter sozial benachteiligte Kinder zu erreichen.

Je 90 Millionen Euro stellt die Europäische Union jährlich für die beiden Programme zur Verfügung. Beide Töpfe werden aber von den Mitgliedsländern nicht ausgeschöpft.

Deutschland hat 2010 nach Angaben des Agarministeriums rund 6,5 Millionen Euro für die Milch erhalten. Einen Liter finanziert die EU dabei mit rund 19 Cent.

Von den maximal verfügbaren 12,4 Millionen Euro für Obst hat Deutschland im Schuljahr 2010/2011 demnach 10 Millionen Euro genutzt.

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