Ärzte Zeitung online, 14.12.2011

FDP in der Krise - jetzt ohne Lindner

Die Krise der Liberalen zieht immer weitere Kreise: Jetzt hat Generalsekretär Christian Lindner seinen Hut genommen. War er nur ein Bauernopfer?

FDP in der Krise - jetzt ohne Lindner

Chance für morgen? Christian Linder gibt sein Amt als FDP-Generalsekretär auf.

© Hannibal / dpa

BERLIN (af). Das rundfunkfreundliche Format behielt Christian Lindner bis zuletzt bei. Gerade 90 Sekunden lang erklärte er am Mittwoch in der Berliner Parteizentrale seinen Rücktritt vom Amt des FDP-Generalsekretärs. Fragen nach den Gründen für seinen Schritt ließ er nicht zu.

Auf den Tag genau zwei Jahre nachdem er das Amt angetreten hatte legte Lindner es nieder. "Es gibt den Moment, in dem man seinen Platz frei machen muss, um eine neue Dynamik zu ermöglichen."

Die Ereignisse der letzten Tage und Wochen hätten ihn in dieser Einschätzung bestärkt. "Meine Erkenntnis hat für mich die Konsequenz, dass ich aus Respekt vor meiner Partei und vor meinem Engagement für die liberale Sache mein Amt niederlege", sagte Lindner.

Dadurch ermögliche er dem Bundesvorsitzenden Philipp Rösler, die wichtige Bundestagswahl 2013 mit einem neuen Generalsekretär vorzubereiten und damit auch mit neuen Impulsen zu einem Erfolg für die FDP zu machen.

"Auf Wiedersehen"

Er habe als Generalsekretär die Politik seiner Partei in schwieriger Zeit erklärt, verteidigt und mit zu gestalten versucht, beschrieb Lindner die Arbeit der vergangenen 24 Monate.

In FDP-Kreisen wird der 32-Jährige als "Bauernopfer" bezeichnet. Auslöser soll die am Dienstag beendete Mitgliederbefragung über den künftigen europapolitischen Kurs der Partei gewesen sein.

Parteichef Rösler und Lindner hatten bereits vor Ablauf der Entscheidungsfrist vom Scheitern der Initiatoren gesprochen. Lindner hatte in einem Interview mit dem "Hamburger Abendblatt" vor einem Rechtsruck der Partei gewarnt.

Lindner bleibt der Politik allerdings als Abgeordneter des Deutschen Bundestages erhalten. Von den Journalisten verabschiedete er sich mit "Auf Wiedersehen".

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