Ärzte Zeitung online, 28.12.2011

Fast jeder zweite nutzt die Frührente

MÜNCHEN (dpa). Immer mehr Beschäftigte in Deutschland gehen laut Statistik vorzeitig in den Ruhestand und nehmen dafür Einbußen bei ihren Altersbezügen in Kauf.

Im Jahr 2010 war dies bereits fast jeder zweite, wie die "Süddeutsche Zeitung" am Mittwoch unter Berufung auf Statistiken der Deutschen Rentenversicherung berichtet.

Im Durchschnitt fiel bei diesen Frührentnern die Rente um monatlich 113 Euro geringer aus. Gewerkschaften und Sozialverbände befürchteten, dass sich das Problem bei Einführung der Rente mit 67 vom neuen Jahr an vergrößern wird.

Im vergangenen Jahr bezogen demnach knapp 674.000 Versicherte erstmals eine Altersrente. 47,5 Prozent von ihnen oder fast 320.000 hätten dabei Abschläge in Kauf nehmen müssen, weil sie nicht bis zum 65. Lebensjahr, der Regelaltersgrenze, gearbeitet hätten.

Mascher: Gefahr der Altersarmut wächst

Fünf Jahre vorher seien es noch 41,2 Prozent gewesen, 2000 nur 14,5 Prozent. Im Durchschnitt gingen die Frührentner drei Jahre und zwei Monate vorher in Ruhestand.

Ulrike Mascher, Vorsitzende des Sozialverbandes VdK Deutschland, fürchtet, dass sich mit der langsamen Erhöhung der Renteneintrittsalters auf 67 Jahre "die Situation noch verschärfen wird. Die Gefahr von Altersarmut wird wachsen", sagte sie der Zeitung.

Genauso sieht es Annelie Buntenbach, Vorstandsmitglied im Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB). "Solange die Beschäftigten kaum eine Chance haben, bis 65 zu arbeiten, ist die Rente mit 67 ein reines Rentenkürzungsprogramm."

VdK und DGB sprachen sich dafür aus, Abschläge für die erwerbsgeminderten Rentner wieder abzuschaffen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Zahl der Behandlungsfehler stagniert

Die neue Statistik der Bundesärztekammer liegt vor. Sie zeigt, wo die meisten Behandlungsfehler passierten und wie die Schlichterstelle meistens entschied. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »