Ärzte Zeitung online, 23.04.2012

Neues Entgeltsystem: Zustimmung mit Vorbehalten

BERLIN (eb). Die Pläne der Bundesregierung für ein neues Entgeltsystem in psychiatrischen und psychosomatischen Einrichtungen stoßen auf Zustimmung und Widerspruch gleichermaßen.

Chancen für eine leistungsgerechtere Vergütung sahen Vertreter der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) bei einer öffentlichen Anhörung im Gesundheitsausschuss des Bundestages.

"Die Möglichkeiten sind da, deshalb begrüßen wir den Gesetzentwurf", sagte BPtK-Chef Professor Rainer Richter. Eine schlechtere Versorgung psychisch Kranker zu höheren Kosten als heute befürchtete dagegen der ehemalige ärztliche Leiter des Klinikums Bremen Ost, Professor Peter Kruckenberg.

Der Entwurf der Regierung berücksichtige nicht ausreichend, dass psychisch Kranke eine "sehr individuelle therapeutische Begleitung" benötigten, sagte Kruckenberg.

Beide Äußerungen bezogen sich auf den Gesetzentwurf der Bundesregierung, mit dem sie anstelle der bisherigen krankenhausindividuellen Vergütungen für die voll- und teilstationäre Behandlung psychisch kranker Menschen bundeseinheitliche Entgelte einführen will.

Übergangsphase bis 2022

Ziel ist "ein leistungsorientiertes und pauschalierendes Entgeltsystem" in psychiatrischen und psychosomatischen Einrichtungen.

Einführungs- und Übergangsphasen bis zum Jahr 2022 sollen den Krankenhäusern ausreichend Zeit für die Umstellung geben. Ab 2013 sollen sie das neue System bereits freiwillig einführen können.

Für die Deutsche Krankenhausgesellschaft signalisierte deren Hauptgeschäftsführer Georg Baum Zustimmung. Allerdings dürften die Kliniken nicht schlechter gestellt sein als heute.

Den gesetzlichen Krankenkassen gehe die Umstellung eigentlich nicht schnell genug, gab deren Vertreter Wulf-Dietrich Leber den Abgeordneten zu verstehen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

ALS ist mit Demenz eng verwandt

Stephen Hawking ist wohl der berühmteste Patient, der an Amyotropher Lateralsklerose leidet.Forscher haben nun herausgefunden, dass ALS und temporale Demenz eng verwandte Krankheitsbilder sind. Das könnte Einfluss auf das Diagnoseverfahren haben. mehr »

Innovationsfonds startet in die Versorgungsrealität

Der Innovationsfonds ist offiziell in die Umsetzungsphase gestartet. Die 300 Millionen Euro für das Jahr 2016 teilen sich 91 Versorgungs- und Forschungsprojekte. mehr »

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »