Ärzte Zeitung, 08.05.2012

Kommentar zu Diabetes

Ein Buch mit sieben Siegeln

Von Sunna Gieseke

Medizin-Deutsch, Deutsch-Medizin: Das Verständnis medizinischer Sachverhalte ist schon für viele Muttersprachler eine Herausforderung. Für Menschen mit Migrationshintergrund kommen die Sprachbarriere und zudem kulturelle Unterschiede in der Lebensweise und bei der Ernährung dazu.

Gerade bei Diabetes muss ein Patient aber gut mitarbeiten, damit die Therapie gelingen kann. Die Behandlung funktioniert nur, wenn ein Betroffener die Hinweise zu einem gesunden Lebensstil mit viel Bewegung und gesunder Ernährung umsetzt.

Auch das Verhalten bei körperlichen Anstrengungen oder Gegenmaßnahmen bei möglichen Unterzuckerungen müssen verstanden sein.

15 Prozent der Menschen mit Migrationshintergrund haben Diabetes, der Anteil ist fast doppelt so hoch wie in der deutschen Bevölkerung. Unser Gesundheitssystem ist bisher nicht auf die Herausforderungen bei der Versorgung dieser Menschen eingestellt.

Es gibt zwar erste gute Ansätze, wie zum Beispiel entsprechende Selektivverträge oder auch Infomaterial in verschiedenen Sprachen. Was fehlt, ist jedoch immer noch ein bundesweites Präventionsprogramm, das alle Menschen dort abholt, wo sie stehen.

Lesen Sie dazu auch den Bericht:
Migranten wissen zu wenig über Diabetes

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »