Ärzte Zeitung, 25.09.2012

Bremen

Senatorin will weniger Sectiones

Ein spezielles Bündnis soll die geburtshilfliche Versorgung an der Weser verbessern. Das Ziel der Gesundheitssenatorin: weniger Kaiserschnitte´.

Bremer Gesundheitssenatorin will Sectio-Rate in der Hansestadt senken

Sectio: In Bremen soll es bald weniger geben.

© photos.com

BREMEN (cben). Die Bremer Gesundheitssenatorin Renate Jürgens-Pieper (SPD) will die Kaiserschnittrate im Land senken.

Ein Bremer Bündnis zur Förderung der natürlichen Geburt soll vorhandene und neue Ansätze zur Verbesserung der geburtshilflichen Versorgung bündeln und umsetzen, heißt es in einer Antwort ihrer Dienststelle auf eine parlamentarische Anfrage der Grünenfraktion in der Bürgerschaft.

In den vergangenen 20 Jahren hat sich die Kaiserschnittrate in Deutschland von 15,3 Prozent auf 31,9 Prozent im Jahr 2011 fast verdoppelt. Die Rate in Bremen beträgt derzeit 32,2 Prozent.

Hebamme Valerie Stabel, Vorsitzende des Landesverbandes der Hebammen in Bremen, begrüßte die Antwort der Senatorin und sprach sich dafür aus, die natürliche Geburt häufiger zu ermöglichen.

Maximal 50 Prozent Kaiserschnitte

"Es würde uns allen gut anstehen, mehr darüber zu reden, wie wir Frauen besser begleiten können, auch wenn es bei der Geburt mal schwieriger wird", sagte Stabel der "Ärzte Zeitung".

Gerade junge Assistenzärzte seien in Zweifelsfällen "maximal verunsichert" und entscheiden sich leichter für die Sectio. "Wo ist bei kritischen Geburtssituationen eigentlich das Handwerkszeug der Ärzte?", fragt die Hebamme.

Die natürliche Geburt sei für eine Folgeschwangerschaft vorteilhafter. Dr. Andreas Umlandt, Vorsitzender des Deutschen Gynäkologenverbandes, Landesverband Bremen, warnte vor zu schnellen Urteilen.

"Man muss die Dinge differenzierter betrachten", so Umlandt. Der Bundesverband der Gynäkologen "unterstützt jede Maßnahme zur natürlichen Geburt", sagt Umlandt.

"Die Richtzahl von 15 Prozent durch die WHO ist nicht einfach so anwendbar. Für jede Klinik ist eine andere Rate angemessen."

Möglicherweise sei für manche Klinik 25 Prozent eine adäquate Kaiserschnittrate. "In Hochrisiko-Klinken würde ich auch 50 Prozent akzeptieren."

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