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Ärzte Zeitung, 09.10.2012

Kommentar

Verzicht nur auf Luxusleistungen?

Von Anja Krüger

Die Zahlen machen stutzig: Einer repräsentativen Umfrage zufolge haben 30 Prozent der Deutschen im vergangenen Jahr aus finanziellen Gründen auf eine medizinische Leistung verzichtet. Das heißt: Fast jeder dritte Deutsche kann oder will das Geld für den Arztbesuch, das Medikament oder die neue Brille nicht aufbringen.

Wie relevant das Problem tatsächlich ist, lässt sich aufgrund fehlender weiterer Daten nur schwer sagen. Es mag sein, dass mancher auf Luxusleistungen verzichtet hat und er sich eigentlich bestens versorgt fühlt. Aber wenn so viele Menschen - wie die Umfrage dokumentiert - einen Mangel spüren, hat das Gesundheitswesen nicht nur ein gefühltes, sondern ein tatsächliches Problem.

Private wie gesetzliche Krankenversicherer zahlen vieles nicht mehr, was Ärzte und Patienten für nötig oder jedenfalls für wünschenswert halten. Politiker setzten Leistungsstreichungen und Zuzahlungen mit dem Argument durch, so könne man die Kosten im Gesundheitswesen in den Griff bekommen.

Doch zu einem darf es nicht kommen: dass weite Teile der Bevölkerung auf medizinische Hilfe verzichten. Denn dann werden sie zu Kostentreibern. Eine verschleppte Krankheit ist teurer als eine früh behandelte.

Lesen Sie dazu auch:
Aus finanziellen Gründen: Immer mehr Deutsche verzichten auf Behandlungen

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