Ärzte Zeitung online, 16.09.2013

Kommentar zu Bayerns Landtagswahl

Würze für die Bundestagswahl

Nach der Pleite in Bayern setzt die FDP auf Bundesebene nun alles daran, genügend Zweitstimmen zu holen. Doch selbst diese Taktik könnte nach hinten losgehen.

Von Jürgen Stoschek

Der Wahlsieg der CSU in Bayern und der demütigende Rauswurf der FDP aus dem Landtag verleihen dem Bundestagswahlkampf auf den letzten Metern nun doch noch eine gewisse Dynamik.

Mit einer massiven Zweitstimmenkampagne auf Kosten der Union werden die Freidemokraten in den verbleibenden Tagen versuchen, dem von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) am Montag gesetzten Ziel von acht Prozent plus X möglichst nahezukommen.

Ein Erfolg ist jedoch alles andere als gewiss. Der Schuss könnte auch nach hinten losgehen, wie die Niedersachsen-Wahl im Januar dieses Jahres gezeigt hat.

Damals bekam die FDP zwar 9,9 Prozent der Stimmen, die schwarz-gelbe Landesregierung verlor dennoch ihre Mehrheit. Seitdem regiert in Hannover Rot-Grün.

Und noch etwas lehrt die Wahl in Bayern: Hätten die Wähler im Freistaat wirklich erkennen können, wofür die Liberalen im Parteienspektrum stehen und wofür sie gebraucht werden, wäre das Ergebnis möglicherweise anders ausgefallen.

Wenn FDP-Parteichef Philipp Rösler jetzt erklärt, es gehe ums Überleben seiner Partei, so mag das richtig sein. Als Argument reicht das allein aber nicht aus.

Lesen Sie dazu auch:
Landtagswahl in Bayern: Bringt gestärkte CSU neuen Schwung in HzV-Reform?

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