Ärzte Zeitung, 03.12.2013

Kommentar zum BER

Sachverstand statt Gerangel!

Von Angela Mißlbeck

Manche Projekte machen einfach nur Negativschlagzeilen, wie zum Beispiel der Berliner Großflughafen Berlin-Brandenburg-International. Das einstige Prestigeprojekt ist zum Spottobjekt der Nation geworden. 2011 sollte der BER eröffnen. Zwei Jahre später steht immer noch nicht fest, ob und wann dort Flugzeuge starten und landen werden.

Nicht selten sind die Probleme hausgemacht. Erst reichte der Brandschutz nicht aus. Jetzt kritisiert die Berliner Ärztekammer das medizinische Konzept als völlig unzureichend. Weder für einzelne Notfälle, noch für Katastrophen oder Seuchen sind demnach ausreichende Vorkehrungen getroffen.

Die Entgegnung der Flughafengesellschaft wirkt wenig überzeugend. Schließlich hat keiner behauptet, dass es kein Konzept gäbe. Doch das vorhandene Konzept scheint einer Überprüfung durch medizinische Experten schlicht nicht standzuhalten.

Kammerpräsident Dr. Günther Jonitz fordert daher dringende Nacharbeiten. Dazu bietet er der Flughafengesellschaft Unterstützung an. Man möchte den Verantwortlichen raten, dieses Angebot anzunehmen. Etwas Sachverstand zwischen jeder Menge Machtgerangel könnte vielleicht ausnahmsweise mal positive Schlagzeilen machen.

Lesen Sie dazu auch:
Wieder Ärger mit BER: Kritik an der Notfallmedizin

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »