Ärzte Zeitung online, 31.12.2013

Gesundheitsmonitor

Jeder dritte Deutsche raucht

Fast ein Drittel aller erwachsenen Deutschen raucht Zigarre oder Zigarette. Dies geht aus neuen Zahlen des BAH-Gesundheitsmonitors hervor.

BONN. Nach den aktuellen Daten des Gesundheitsmonitors greift mehr als ein Fünftel (22 Prozent) aller Befragten regelmäßig zum Glimmstängel. Gelegentlich raucht immerhin noch fast jeder zehnte Befragte (acht Prozent).

Dass es sich gesundheitlich lohnt, mit dem Rauchen aufzuhören, zeigt ein Blick auf den Deutschen Gesundheitsindex des Bundesverbandes der Arzneimittel-Hersteller (BAH). "Die besten Werte beim Deutschen Gesundheitsindex haben die Nicht-Raucher", erläutert Apotheker Lutz Boden, zuständiger Projektleiter beim BAH.

Gerade zum Jahreswechsel nehmen sich viele Menschen vor, mit dem Rauchen aufzuhören. "Hierbei stehen zahlreiche unterschiedliche Beratungsangebote und Entwöhnungshilfen zur Verfügung", erläutert Boden.

23 Prozent haben mit Rauchen aufgehört

Eine Möglichkeit zur Raucherentwöhnung bieten beispielsweise Präparate für die Nikotinersatztherapie, die in der Apotheke erhältlich sind.

"Diese Präparate können bei einer starken Abhängigkeit helfen, die körperlichen Entzugssymptome in der ersten Zeit nach einem Rauchstopp zu mildern", so Boden.

Dass ein Rauchstopp erfolgreich möglich ist, zeigt übrigens ebenfalls der Gesundheitsmonitor des BAH. Demnach haben 23 Prozent der Befragten mit dem Rauchen aufgehört.

Die medikamentöse Nikotinersatztherapie ist allerdings keine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung. Ursächlich dafür ist eine Entscheidung des Gesetzgebers Ende der 1990er Jahre diese Arzneimittel zusammen mit sogenannten Lifestyle-Präparaten von der Leistungspflicht der GKV auszuschließen.

Nikotinersatztherapie: Vorstoß des GBA

Ein Vorstoß des Gemeinsamen Bundesausschusses, im Rahmen der Diasease-Management-Programme für Asthma/COPD im Zuge der jüngsten Novellierung eine Behandlung mit Nikotinersatz-Präparaten auf Kosten der GKV zu ermöglichen, wurde vom Bundesgesundheitsministerium aufgrund der Gesetzeslage wieder kassiert.

Der Bundesausschuss hat die Wissenschaft allerdings auf seiner Seite: Gesundheitsökonomische Evaluationen bestätigen inzwischen den positiven Nutzen der Nikotinersatztherapie. (HL)

[05.01.2014, 23:19:31]
Johann Gruber 
Historischer Tiefststand jugendlicher Raucher
Die Schlagzeile "Jeder dritte Deutsche raucht" hängt dem Rauchen fast schon wieder das Mäntelchen der Normalität um. Der positive Trend, dass Jugendliche in Deutschland massiv weniger rauchen, wird in dem Beitrag glatt negiert.
Dabei zeigen die aktuellen Ergebnisse einer repräsentativen Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), dass nur noch 13 Prozent der Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren zur Zigarette greifen. Damit hat sich ihr Anteil von 28 Prozent im Jahr 2001 bis heute mehr als halbiert. In keiner der in den letzten dreißig Jahren durchgeführten BZgA-Untersuchungen wurden derart niedrige Werte registriert.
Dazu erklärte die Drogenbeauftragte der Vorgängerbundesregierung, Mechthild Dyckmans, am 5.11.2013: „Der weitere Rückgang des Rauchens bei Jugendlichen zeigt, dass es langfristig gelungen ist, Kinder und Jugendliche mit den Maßnahmen der Tabakprävention zu erreichen. Er bestätigt zudem, dass es einen Bewusstseinswandel in der Gesellschaft zum Nichtrauchen gibt."  zum Beitrag »

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