Ärzte Zeitung, 22.05.2014

Landtag

Sachsen-Anhalt will an Unikliniken festhalten

MAGDEBURG. Im Streit um die Unikliniken von Sachsen-Anhalt bemüht sich die Landesregierung um versöhnliche Töne. Unterdessen fordert die CDU-Mittelstandsvereinigung Halle den Rücktritt von Finanzminister Jens Bullerjahn (SPD). Und am Dienstag äußerten Studenten ihren Unmut bei Demos gegen die Hochschulleitungen.

Halle bleibt, wiederholte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) bei der jüngsten Landtagssitzung sein Versprechen aus dem Vorjahr. Gleichzeitig versicherte er, dass es weder eine Fusion beider Unikliniken noch Holdings mit anderen Kliniken geben würde.

Dennoch brauchen die Unikliniken tragbare Lösungen, die auch Halle in den kommenden Jahren in Richtung schwarze Null bringen könnten. Bereits Anfang Juni sollten regionale Konzepte für Kooperationen vorliegen. Verantwortlich ist das Wissenschaftsministerium.

Der CDU-Regierungschef dagegen will sich beim Bund und bei den Kassen für eine bessere Finanzierung stark machen. Er lehnte es ab, Schuldige an der Finanzmisere der Unikliniken auszumachen. "Wir müssen nach vorne schauen", sagte er und sprach von gesamtgesellschaftlicher Verantwortung.

"Die müssen wir wahrnehmen. Wir brauchen jetzt eine konzertierte Aktion." An einer Kabinetts-Sondersitzung am 10. Juni sollen auch Vertreter von Kassen und Ärzten teilnehmen.

Bessere Auslastung ein Thema

Über Geld solle ebenso gesprochen werden wie über eine bessere Auslastung der beiden Unikliniken. Wirtschaftsminister Hartmut Möllring (CDU) hatte seinem Chef gesteckt, dass allein die AOK Sachsen-Anhalt jährlich mehr als 100 Millionen Euro an Kliniken anderer Bundesländer zahle, weil Ärzte ihre Patienten dorthin zur Behandlung überwiesen.

Der "Export" von Krankenhausfällen aus Sachsen-Anhalt steigt seit Jahren an und liegt bei etwa 13 Prozent.

Pressesprecher Andreas Arnsfeld: "Um eine Zukunft beider Uni-Kliniken zu sichern, sollten strukturelle Anpassungen vorgenommen werden." Potenzial böten Zusammenarbeit, Spezialisierungen und Kooperationen mit anderen Krankenhäusern und zwischen den beiden Unikliniken. (zie)

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