Ärzte Zeitung, 24.04.2015

Hamburg

Neues Zentrum für Menschen mit Behinderung

HAMBURG. Für Erwachsene mit geistigen und komplexen Mehrfachbehinderungen soll die Versorgung in Hamburg durch ein nach eigenen Angaben bundesweit einmaliges Modell verbessert werden.

Ein Medizinisches Zentrum für erwachsene Menschen (MZEB) nimmt in diesem Monat seine Arbeit auf. Dies teilten KV, Krankenkassen und die Evangelische Stiftung Alsterdorf mit.

Das Zentrum wird an das Evangelische Krankenhaus Alsterdorf angegliedert. Dort stehen Ärzte der Fachrichtungen Neurologie, Innere Medizin, Psychiatrie, Orthopädie sowie Pflegekräfte und Therapeuten zur Verfügung, um Patienten mit den besonderen Herausforderungen zu betreuen. Ziel ist es, durch die interdisziplinäre Arbeit die Behandlung durch den niedergelassenen Arzt zu optimieren.

Die Patienten benötigen eine Überweisung durch den Vertragsarzt und müssen einen Schwerbehindertengrad von mindestens 70 aufweisen. Die Initiatoren rechnen mit rund 800 Patienten im Quartal.

Grund für die Initiative ist die derzeitige Situation: Betroffene haben oft Probleme, Behandlung bei niedergelassenen Ärzten in Anspruch zu nehmen, weil sie sich etwa schwer artikulieren können oder weil Barrieren den Zugang in die Praxen erschweren.

Flächendeckend ist eine Versorgung dieser Patientengruppe nach Auffassung der KV nicht zu gewährleisten. Finanziert wird das neue Zentrum auf Basis von Quartalspauschalen durch die Krankenkassen; die KV beteiligt sich an einem Drittel der Kosten. (di)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »