Ärzte Zeitung, 29.09.2015

DHV

Hebammen prüfen Vorgehen gegen Schiedsspruch

NEU-ISENBURG. Nachdem die Schiedsstelle am Freitag den Ausgleich der Haftpflichtprämien für Hebammen mit dem sogenannten Sicherstellungszuschlag neu geregelt hat, prüft der Deutsche Hebammenverband (DHV) ein Vorgehen gegen diese Entscheidung.

"Für die in der Geburtshilfe tätigen Hebammen bedeutet die neue Form des Ausgleichs eine Verschlechterung", teilt der Verband nun mit.

Denn der Zuschlag gleiche nicht die vollständige Prämie von derzeit 6274,32 Euro aus, sondern erstatte maximal 4390,03 Euro.

Neben dem unvollständigen Ausgleich fallen auch die bisherigen Vergütungen für Haftpflichtkosten weg.Der DHV befürchtet, dass die Beschlüsse der Schiedsstelle insbesondere die Hausgeburtshilfe erschweren.

"Die Entscheidungen der Schiedsstelle sind für uns so nicht hinnehmbar", sagt DHV-Präsidentin Martina Klenk. "Rechte von Frauen wie die freie Wahl des Geburtsortes sowie das Berufsrecht der Hebammen werden damit unterlaufen. Wir prüfen alle Mittel, um dagegen vorzugehen."

An den Schiedsspruch sind Hebammen gebunden, sobald dieser veröffentlicht worden ist. (jk)

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