Ärzte Zeitung, 11.12.2015

Notarzt und Kliniken

Osnabrück testet Vernetzung

Landkreis und zwölf Krankenhäuser hoffen, dass die Online-Vernetzung im Pilotprojekt die Notfallversorgung stärker strukturiert.

Von Christian Beneker

OSNABRÜCK. Alle 54 Notarztwagen, Rettungswagen und Krankentransportwagen in der Region Osnabrück sollen im Rahmen eines auf drei Jahre angelegten Projekts des Landkreises Osnabrück und des Landes Niedersachsen online mit den zwölf Krankenhäusern der Region verbunden werden.

Das Ziel von IVENA: Die Zusammenarbeit zwischen Rettungsdienst und den weiterversorgenden Kliniken zu verbessern und Zeitverzögerungen bei der Behandlung von Notfallpatienten zu verringern. Die Abkürzung IVENA steht für "Interdisziplinärer-Versorgungsnachweis".

"Wir setzen darauf, dass die Notfallversorgung mit Hilfe des webbasierten Systems strukturierter und professioneller wird", so Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD).

"Die Rettungsdienste können zeitnah mittels mobiler Geräte wie Tablets bei IVENA einsehen, welches Krankenhaus welche Kapazitäten bietet und Patienten direkt zuweisen. So können Notfallpatienten noch schneller versorgt werden."

Kommunikation über Telefon und Fax

Bisher lief die Kommunikation über Telefon und Fax. "Wenn ein Krankenhaus keine Kapazitäten hatte, dann wurde herumtelefoniert" sagt Henning Müller-Detert, Sprecher des Landkreises Osnabrück, der "Ärzte Zeitung".

Die Tablet-Computer in den Krankenwagen erlauben es den Notärzten nun, direkt mit den Notaufnahmen zu kommunizieren.

Die Software zeigt Kapazitäten der Häuser, medizinische Fachbereiche und spezielle Behandlungsmöglichkeiten an. Zudem erhalten die Krankenhäuser vorab online Informationen über die Patienten, der gleich bei ihnen eintreffen werden.

Die Disponenten können auf einem Kontrollbildschirm alle den einzelnen Kliniken zugeordneten Patienten sehen und bei drohender Überlastung eines Krankenhausstandorts eingreifen.

System für ganz Niedersachsen

Die Kliniken indessen können viel früher als bisher eventuelle Überlastungen von Abteilungen oder des ganzen Hauses mitteilen. Nach dem Test soll das System in ganz Niedersachsen eingeführt werden.

Abgesehen von der Region Osnabrück startet IVENA in den kommenden Wochen im Versorgungsbereich der Großleitstelle Oldenburg und der Region Hannover.

Die Kosten von rund 400.000 Euro teilen sich die teilnehmenden Krankenhäuser. Landkreis-Sprecher Müller-Detert: "Im Landkreis Osnabrück läuft das auf 132 Euro pro Monat und Klinik hinaus. Das ist wenig Geld für eine deutlich bessere Versorgung."

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »