Ärzte Zeitung, 14.03.2016

Nordwürttemberg

Mahnmal für die NS-Opfer der Medizin

STUTTGART. Die Bezirksärztekammer hat kürzlich in Stuttgart ein Mahnmal eingeweiht, mit dem "den Opfern der Medizin im Nationalsozialismus und aller Ärztinnen und Ärzte, die von 1933 bis 1945 gedemütigt, verfolgt und ermordet wurden" gedacht wird.

Die von Renato Santarossa gestaltete Stele aus Verbundglas soll "mahnen, zur Erinnerung anleiten und das Denken anregen", heißt es in der Mitteilung. Sie ist im Zentrum der drei Kammergebäude errichtet worden.

Das Mahnmal sei ein Zeichen, "dass wir uns auch heute mit unserer Vergangenheit aktiv und kritisch auseinandersetzen und gerade dieses dunkelste Kapitel der Medizingeschichte nicht verbergen wollen", sagte Dr. Robin Maitra, Mitglied einer Arbeitsgruppe in der Kammer, die sich mit dem Nationalsozialismus beschäftigt.

Die Verbrechen auch der Ärzte seien nicht abstrakt, sondern hätten einen ihrer Ausgangspunkte unweit von Stuttgart gefunden: So etwa bei der Aktion "T 4", bei der auf Schloss Grafeneck bei Gomadingen auf der Schwäbischen Alp mehr als 10.000 Menschen getötet wurden, hieß es anlässlich der Einweihung.

Die Stele trägt die Inschrift: "Nie wieder wollen wir als Ärzteschaft einer verbrecherischen und menschenverachtenden Medizin Raum geben." (eb)

[15.03.2016, 20:46:05]
Heidemarie Heubach 
Nie wieder ? -
dann sollte man mal genauer hinschauen, z.B. auf das Thema Hirntod-Organspende. Nach der Medizinhistorikerin Anna Bergmann war es der deutsche Neurochirug Wilhelm Tönnis, der als Erster den Begriff des "cerebalen Todes" definierte. `Leider` war er - zwar später "hochdekoriert" - in die Machenschaften der NS-Medizin involviert. Doch bis heute gründet weltweit die sogenannte Hirntod-Diagnostik auf seinen Erkenntnissen.........
Und daß, obwohl die BÄK in Deutschland zumindest den Begriff "Hirntod" durch "irreversiblen Hirnausfall" ersetzte - was allerdings noch keine Folgen auf die mediale Werbung für Organspenden hatte.
Wie das wohl in 70 Jahren beurteilt wird ? zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »