Ärzte Zeitung online, 28.04.2016

IQWiG

Windeler kämpft für Medizin-Bibliothek

KÖLN. IQWiG-Leiter Professor Jürgen Windeler hat an die Bundesminister Hermann Gröhe und Johanna Wanka (beide CDU) appelliert, die Deutsche Zentralbibliothek für Medizin (ZB MED) zu erhalten.

Hintergrund ist eine Empfehlung des Senats der Leibniz-Gesellschaft an Bund und Länder, die ZB MED nicht weiter zu fördern.

Die wissenschaftliche Infrastruktur dieser Einrichtung sei "entscheidend für die Arbeit des IQWiG", schreibt Windeler. Bei ihrer Schließung werde die Literaturbeschaffung teurer werden.

Die Bibliothek hält in ihren Standorten in Köln und Bonn 38.400 Zeitschriften und 1,6 Millionen Bücher vor. Kürzlich hatte sich auch die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) für den Erhalt der ZB MED ausgesprochen. Die AWMF warf dem Senat der Leibniz-Gemeinschaft vor, die Funktion von wissenschaftlichen Bibliotheken zu unterschätzen.

"Sie spielen eine entscheidende Rolle bei der Aufbereitung, Suche und Bereitstellung von wissenschaftlicher Information als Grundlage für wissenschaftliche Forschung."

Das betont ebenfalls IQWiG-Chef Windeler: "Die Schließung der ZB MED würde die Arbeit vieler Wissenschaftler gefährden." (fst)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »