Ärzte Zeitung, 13.11.2008

Start zum Kampf gegen Antibiotika-Resistenz

Bundeskabinett beschließt Strategie bis 2013

BERLIN (HL). Die Bundesregierung hat gestern die Deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie beschlossen. Bis 2013 werden darin alle relevanten Akteure in der Medizin darauf verpflichtet, in konkreten und koordinierten Schritten Infektionskrankheiten als siebthäufigste Todesursache zu bekämpfen.

Zentrales Ziel, an dem maßgeblich Ärzte und ihre Organisationen beteiligt sind, ist der sachgerechte Einsatz von Antibiotika und eine konsequente Infektionshygiene. Für die Humanmedizin werden Dateien zum Antibiotika-Verbrauch und zur -Resistenz aufgebaut. Sie sollen Ärzten ein Feedback geben und rechtzeitig vor neuen Resistenzen warnen. Beim Robert-Koch-Institut wird eine Kommission eingerichtet, die für Ärzte Therapieempfehlungen erarbeitet. Regionale Netzwerke zur Bekämpfung antimikrobieller Resistenzen werden als Modellprojekte eingerichtet. Als Beispiel dafür könnte die niederländische Strategie nach dem Prinzip des "search and destroy" dienen. Ferner soll erforscht werden, welche Faktoren zu unsachgerechtem Einsatz von Antibiotika führen.

Insgesamt sind für den Gesundheitssektor zehn Ziele und 42 Aktionen jeweils mit bestimmten Meilensteinen definiert. Sie sollen bis 2013 erreicht werden. An der Spitze beteiligt sind die Ministerien für Gesundheit, Bildung und Forschung sowie für Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

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