Ärzte Zeitung, 12.01.2009

Extra-Verträge sollen Bayerns Fachärzte retten

Streit von KV und AOK im Freistaat dauert an / Verträge nach Paragraf 73c sollen Honorarverluste mildern

MÜNCHEN (sto/eb). Begleitet von Drohungen weiterer Facharztgruppen, Patienten nur noch nach Kostenübernahmeerklärung zu behandeln, geht die KV Bayerns mit fachärztlichen Berufsverbänden auf die Kassen zu.

Die Fachärzten in Bayern drohenden Honorarverluste mündeten bei der Vertreterversammlung der KV Bayerns am vergangenen Samstag in der Ankündigung, dass nach Dermatologen und Gynäkologen weitere Fachgruppen, beispielsweise Chirurgen, nur noch nach vorheriger Kostenübernahme durch die Kassen Patienten behandeln wollen.

Zugleich erhob Bayerns KV-Chef Dr. Axel Munte massive Vorwürfe gegen die Landes-AOK: Die Kasse hatte die KV bezichtigt, von den 528 Millionen Euro Facharzt-Honorar im ersten Quartal würden nur 271 Millionen Euro in das Regelleistungsvolumen fließen, das übrige Geld halte die KV zurück. Im Ergebnis seien die Fallwerte "wesentlich niedriger als sie tatsächlich sind". Munte wies die Vorwürfe als "grotesk" zurück. Die AOK habe angesichts der Komplexität der Honorarsystematik "den Überblick verloren".

Um die drohende Misere zu entschärfen, vereinbarten KV und fachärztliche Berufsverbände, dass sie mit den Kassen über neue Facharztverträge nach Paragraf 73 c SGB V verhandeln wollen. Ziel sei es, die in Bayern auch mit Unterstützung der Kassen geschaffenen Strukturen in der fachärztlichen Versorgung zu erhalten, sagte Munte. Nötig seien mehr regionale Handlungsmöglichkeiten für die Vertragspartner.

Lesen Sie dazu auch:
KV und Verbände werben für Facharztverträge

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