Ärzte Zeitung online, 16.01.2009

Bundestags-Mehrheit für Heroin auf Krankenschein in Sicht

STUTTGART (dpa). Schwerstabhängige Drogensüchtige könnten laut einem Zeitungsbericht schon bald auf Krankenschein mit künstlich hergestelltem Heroin behandelt werden. Für den entsprechenden Gruppenantrag im Bundestag zeichne sich nach monatelangem Streit jetzt eine Mehrheit ab, berichten die "Stuttgarter Nachrichten" (Freitag).

"Die SPD hat sich aus der Koalitionsdisziplin verabschiedet", sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Annette Widmann-Mauz (CDU), der Zeitung. Ihre Fraktion hatte sich gegen die Freigabe eingesetzt, die Sozialdemokraten waren zumeist dafür.

Wenn die Koalitionsparteien unterschiedlich abstimmen, ist der Weg frei für eine parlamentarische Mehrheit von SPD, FDP, Grünen und Linkspartei. Das Vier-Parteien-Bündnis hatte einen Gruppenantrag im Bundestag gestellt. Er sieht vor, dass das künstlich hergestellte Heroin (Diamorphin) zum verschreibungsfähigen Medikament wird, das es auf Krankenschein gibt.

Der Stoff soll nur an schwerstabhängige Süchtige verabreicht werden, die mindestens 23 Jahre alt sind, zwei erfolglose Therapien hinter sich haben und mit anderen Methoden nicht behandelbar sind. Die Kosten für die Behandlung durch die Ärzte und für das Medikament sollen von den Krankenkassen getragen werden.

Von 2001 bis 2006 war die Behandlung mit Diamorphin in mehreren Städten in Modellprojekten erprobt worden. Zahlreiche Experten lobten die Ergebnisse der Projekte und plädierten für eine Regelversorgung.

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250 Abgeordnete für Diamorphin als GKV-Leistung

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