Ärzte Zeitung online, 28.01.2009

2008: Ärzte verordnen genau auf den Punkt

FRANKFURT/MAIN (HL). Vertragsärzte haben im vergangenen Jahr Arzneimittel, Impfstoffe und Test-Diagnostika im Wert von 29,6 Milliarden Euro verordnet. Ohne die Impfstoffe, die seit Geltung des WSG vermehrt von den Kassen bezahlt werden, liegt der Ausgabenzuwachs bei 5,2 Prozent, wie die Marktforscher von IMS Health errechnet haben. Das entspricht punktgenau den Zielen der Rahmenvereinbarung von KBV und GKV-Spitzenverband.

Die strukturellen Veränderungen im Markt sind teilweise politisch verursacht: das gilt für die steigenden Ausgaben für Impfstoffe (plus acht Prozent) und die zunehmende Bedeutung von Rabattverträgen. Die demografische Entwicklung führt zu einem steigenden Bedarf in der medikamentösen Basisversorgung, stellt IMS Health fest. Verstärkt setzen Ärzte Generika und Innovationen ein.

Zum zweiten Mal in Folge haben Ärzte 2008 zu Lasten der GKV mehr Arzneimittel verordnet als im Vorjahr. Die Zahl der Packungen stieg um 2,6 Prozent auf 667 Millionen, die Zahl der Standardeinheiten sogar um 4,4 Prozent. Nach Erhebungen der Marktforscher von Insight Health ist der Löwenanteil der Verordnungen mit 74,1 Prozent (2005: 73,1 Prozent) von Allgemeinärzten und Internisten veranlasst. Allerdings ist dabei nur die Bedeutung der Internisten von 20 auf 22 Prozent gestiegen.

Besonders dynamisch hat sich im vergangenen Jahr die Verordnungsmenge von Generika mit einem Plus von 8,5 Prozent entwickelt. Ihr Verordnungsanteil stieg damit von 59 auf gut 62 Prozent. Das ging ausschließlich zu Lasten von Originalpräparaten ohne Patentschutz, deren Verordnungsmenge um 19 Prozent zurückging und deren Marktanteil auf 12,4 Prozent sank. Generika und Alt-Originale haben unverändert einen Marktanteil von etwa 75 Prozent.

Überdurchschnittliche Zuwächse wurden bei Medikamenten zur Behandlung von Magengeschwüren (plus 11 Prozent), bei Lipidsenkern (plus 11 Prozent) und bei Angiotensin-II-Antagonisten (plus 14 Prozent) registriert. Auch bei Herz-Kreislauf-Präparaten wechseln Ärzte auf modernere Arzneimittel. Die Verordnungsmengen bei Herzglykosiden und Nitraten waren hingegen mit acht und sieben Prozent rückläufig. Es sind damit vor allem Allgemeinärzte und Internisten, die zu einer moderneren Therapie greifen.

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