Ärzte Zeitung online, 19.02.2009

Arzneimittel für Kinder sollen sicherer werden

BERLIN (dpa). Arzneimittel für kranke Kinder sollen künftig weniger riskant sein. Entsprechende Vorschriften hat das Bundeskabinett am Mittwoch in Berlin beschlossen.

So müssten Hersteller Sanktionen fürchten, wenn sie Arzneimittel mit einer nachträglichen Zulassung für Kinder nicht entsprechend kennzeichnen, berichtete das Bundesgesundheitsministerium. Diese und andere Vorschriften seien EU-Recht, das teils unmittelbar gelte, teils nun umgesetzt werden solle.

Einer neuen Studie zufolge ist bei fast jeder zehnte Medikamentengabe unklar, ob das Mittel auch für Minderjährige zugelassen ist. Zu den Risiken falscher Anwendung zählen Atemstillstand, Krämpfe und Herzrhythmusstörungen. Der Kinder- und Jugendärzteverband schätzt, dass jährlich ein oder zwei Kinder in Deutschland daran sterben.

Die entsprechende EU-Verordnung zielt darauf ab, mehr Mittel in kindgerechter Dosierung anzubieten und Arzneimittel besser auf Eignung für Kinder zu testen. Nur wenige Eltern würden ihre Töchter und Söhne aber auch an entsprechenden Studien teilnehmen lassen, wie Umfragen ergeben haben.

Das Kabinett beschloss auch, dass nicht mehr nur Fälschungen ganzer Arzneimittel, sondern auch die ihrer Wirkstoffe verboten werden. Wegen zunehmender Medikamentenfälschungen sollen Zollbehörden auch Brief- und anderen Postsendungen wirksamer überwachen können - etwa durch Stichproben.

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